Dienstag, 16. Oktober 2012

Urbaner Spaziergang "Stadtverfüllungsfläche - Zwischen Gartenstadt und Autobiotop" am Sonntag, den 21.10.2012 um 14Uhr


Wie in einem automobilen Biotop wird die Umgebung der Kfz-Zulassungsstelle von Autohäusern und Autodächern dominiert. Die automobilisierte Einkaufsstraße führt den Fahrer durch eine Szenerie, die von Parkplätzen, Waschanlagen und befahrbaren Baumärkten durchsetzt ist. Auf ihren Rückseiten drängen sich die an den Rand geschobenen Nutzungen. Schmale Wege, Buckelpisten und Brombeerhecken sperren die Automobilisten aus dieser morbiden Kulisse aus.
Zwischen dem historischen Stadtzentrum und den Industriequartieren gelegen, wirken die Stationen unseres dritten Urbanen Ökostadtspaziergangs wie eine stadtentwicklerische Füllmasse. Auf Gewerbe folgen Kleingärten, auf die Gärten die Gartenstadt Vahr und auf diese wiederum das eher kleinbürgerliche Ambiente des alten Sebaldsbrück. Ganz im Gegensatz dazu und eher versteckt liegen mittendrin die Galopprennbahn und der Schlosspark.

Der Spaziergang ist kostenlos.

Wir freuen uns auf ein Wiedersehen! AAA

Datum: Am Sonntag, den 21.10.2012 um 14Uhr
Start: Haupteingang Stadtamt Bremen, Stresemannstr. 48, 28207 Bremen

Mit freundlicher Unterstützung des Senator für Umwelt, Bau, Verkehr in enger Kooperation mit ÖkoStadt-Bremen e.V.
AAA Autonomes Architektur Atelier in Bremen
Titel: Daniel Schnier und Oliver Hasemann, Text: Oliver Hasemann, Gestaltung und Fotografien: Daniel Schnier

Weser Kurier "Hastedts Industriekultur auf der Spur" vom 01.10.2012

Artikel im Weser Kurier von Herrn Edwin Platt siehe Hyperlink: © Copyright Bremer Tageszeitungen AG Text: Edwin Platt, Fotografien: Petra Stubbe, Ausgabe: SOS Seite: 4 Datum: 01.10.2012

Resumee und Dokumentation "Stadt Rahmen" am 23.09.2012 um 14Uhr




Resumee und Dokumentation "Stadt Rahmen"

Begibt man sich in den Schatten des Kohlekraftwerks in Hastedts, begibt man sich in die Bremer Industriegeschichte. Diese Erkenntnis gewannen wir auf unserem vergangenen Urbanen Ökostadtspaziergang sehr schnell. Die hier erzeugte Strom trieb die Maschinen von Traditionsfirmen wie der Lloyddynamowerke, der Deutsche Waggonbau oder von Borgward an. Viele der alten Industriegebäude stehen noch und werden teilweise noch als Produktionsstätten genutzt, viele von ihnen sind in eine neue Nutzung überführt wurden.
So haben sich im Ogo-Haus mittlerweile Künstler mit Atelier- und Wohnlofts angesiedelt, der direkte Blick auf das Kraftwerk ist für sie eher Inspiration denn Abschreckung. Reinhold Budde und Jürgen Moldenhauer gaben uns während des Spaziergangs die Möglichkeiten, einen kleinen Blick in die neuen, alten Räume werfen. Auch in der benachbarten alten Goliath Firmenverwaltung sitzen mittlerweile Software-Unternehmen oder Architekturbüros. Auch hier hatten wir das Glück, einen Blick in die historischen Räume werfen zu können.

Historisch ist dabei eine Kategorie, die in Hastedt gar nicht so weit in die Vergangenenheit greift. Der im Titel des Spaziergangs benannte Rahmen aus vierspurigen Verkehrstrassen ist erst in den 60er Jahren entstanden und einige Teilnehmerinnen konnten sich noch gut an die Zeiten erinnern, als die Föhrenstraße die Hauptstraße des Quartiers bildete und Maler- und Pfalzburgerstraße noch nicht den Stadtteil zerschnitten. Erst mit zunehmenden Wohlstand und der Automobilisierung der Bevölkerung wurden die Straße in diesem Maße ausgebaut, dass ganze Quartiere voneinander getrennt wurden.
Denn das ein so gut übersehbares Hindernis wie eine Straße die gleiche Wirkung wie eine Mauer entfaltet, merkten wir nach Überschreiten der Malerstraße sofort. Das Innere von Hastedt, die Straßenzüge zwischen Fleetrade, altem Postweg oder Hastedter Heerstraße sind weitgehend unbekannt. In den Hinterhöfen alter Bremer Häuser existieren teilweise noch Gewerbebetriebe, teilweise sind hier Wohnhäuser entstanden. Es verbirgt sich hier aber auch Bremens historischer jüdischer Friedhof.

Der Blick in die Hinterhöfe konnte dabei nur ausschnittsweise geschehen und machte neugierig auf weitere Erkundungen, die am Sonntag, den 21. Oktober um 14Uhr mit dem nächsten Urbanen Ökostadtspaziergang "Stadtverfüllungsfläche" weitergehen.

Dank an Thorben Thürmer für die GPS-Daten (siehe hier)

Nächster Urbaner Spaziergang "Stadtverfüllungsfläche" am Sonntag, den 21.10.2012 um 14.00Uhr vor dem Stadtamt Bremen an der Stresemannstr. 48, 28207 Bremen

Dienstag, 4. September 2012

Urbaner Spaziergang "Stadt Rahmen" am 23.09.2012 um 14Uhr



Schon von weitem markieren die Wolken über den Schornsteinen des Kohlekraftwerks die Lage von Hastedt im Bremer Stadtgebiet. In ihrem Schatten erstrecken sich die Fabrikhallen alter Bremer Traditionsunternehmen, deren Strukturen einst den gesamten Bremer Osten prägten. Breite Verkehrsschneisen durchlaufen den Stadtteil und fassen ihn gleichsam in einen grauen Rahmen aus Beton. Doch nur wenige Schritte weiter verlieren sich diese klaren Formen, verwinkelte Straßenzüge und versteckte Grünflächen erzeugen das Gefühl von Unübersichtlichkeit.

Auf unserem zweiten Urbanen Ökostadtspaziergang tauchen wir in den Dunst des Kohlekraftwerks ein. Hinter den industriellen Fassaden entdecken wir neue Nutzungen und im Gewirr der alten Dorfwege stolpern wir über Formen neuen Wohnens und kreativer Lückennutzung.

Wir freuen uns auf ein Wiedersehen! AAA

Datum: Am Sonntag, den 23.09.2012 um 14Uhr
Start: Kraftwerk-Hastedt, Föhrenstr. 76, Bremen
Der Urbane Spaziergang ist kostenlos.

Mit freundlicher Unterstützung des Senator für Umwelt, Bau, Verkehr in enger Kooperation mit ÖkoStadt-Bremen e.V.
AAA Autonomes Architektur Atelier in Bremen
Titel: Daniel Schnier und Oliver Hasemann, Text: Oliver Hasemann, Gestaltung und Fotografien: Daniel Schnier

Weser Kurier, 30.08.2012 "Industrie und Wohnen nebeneinander"


Dokumentation und Resümee "Fingerverzinkung - Neue Zinnen auf alten Schlössern - eine Zeitreise auf alten Dorfwegen" vom 26.08.2012


An der Endhaltestelle Sebaldsbrück fanden sich am vergangenen Sonntag 50 Teilnehmerinnen ein, um von hier aus mit uns zusammen zu Fuß weiter in den Bremer Osten zu spazieren. Wir bewegten uns hier von Sebaldsbrück aus durch Hemelingen bis Hastedt durch drei Ortsteile. Der Spaziergang diente dabei dazu, auf dem Weg die Umbrüche in der Stadtentwicklung aufzuzeigen, auf die Veränderungen und Neubauten zu verweisen, die sich immer wieder vollzogen haben, aber auch die Konstanten zu benennen, die sich über die Jahrzehnte und Jahrhunderte ablesen lassen. Also ein Urbaner Spaziergang im besten Sinne, als er das eigentlich Urbane, die Veränderung, Erneuerung oder Neuinterpretation, zum Ziel hatte.
Diese wurde anhand der vorhandenen industriellen Bauwerke, die heute den Stadtteil prägen, sichtbar. Das Hemelingen der Stadtteil mit den meisten industriellen Arbeitsplätzen in Bremen ist, ließ sich durch sie leicht erkennen. Die Grundlage für diese Erkennbarkeit liegt allerdings in der heute nicht mehr sichtbaren Ausgangslage. Denn aufgrund der historischen Lage Hemelingens Ende des 19. Jahrhunderts außerhalb der Bremer Staatsgrenzen hatten sich hier entlang der Bahnstrecke Bremen – Hannover die ersten Gewerbeunternehmen angesiedelt. Einige dieser alten Produktionsstätten sind bis heute in Betrieb, Teile der alten Borgwardwerke oder der Silberschmiede Wilkens werden weiterhin in ihrer ursprünglichen Funktion, andere wiederum stehen zwar noch, werden aber, wie das KuBiKo, inzwischen in neuer Weise genutzt.
Unser Weg durch Hemelingen folgte den sichtbaren und den unsichtbaren Spuren. Wir folgten der alten Sebaldsbrücker Heerstraße bis uns die Werkstore des Mercedes Werkes den weiteren Weg versperrten. Die über 10.000 Arbeitnehmerinnen alleine von Mercedes wirken sich erkennbar auf die Verkehrsinfrastruktur des Stadtteils aus, die breit ausgebauten Straßen und der Hemelinger Tunnel zeugen hiervon. Über ein ehemaliges Nadelöhr, dem Brüggeweg über die Bahnstrecke Bremen – Hannover, bewegten wir uns in Richtung des Zentrums von Hemelingen. Hier war im Zuge der Bauarbeiten des Hemelinger Tunnels eine Brache entstanden, über die wir nun unsere Blicke in die Weite auf die ersten Ansätze eines entstehenden Parks und die verbliebenen Objekte des Projekts Aller.Ort 2011 schweifen lassen konnten.
Ehemals standen hier unter anderem die Fabriken von Focke-Wulff und Nordmende, nun entwickelt sich dieser Zentrale Ort zu einem Park inmitten des Stadtteils. Entlang der alten Straßenverläufe der Dietrich-Wilkens-Straße und der Godehardstraße war von der Brache aus auch die Haupteinkaufsstraße des historischen Zentrums Hemelingens nahe liegend. Einst eine lebendige Einkaufsstraße mit Geschäften für jeden Bedarf, befindet sich auch die Hemelinger Bahnhofsstraße momentan in einem Status des Übergangs mit Ladenleerständen aber auch mit neuen Nutzern, die unter anderem die alte Apotheke nach Jahren des Leerstands in neuem Glanze strahlen lassen. Über die verschlungenen Pfade der alten Dorfstraßen, über den Hinterhof von Coca-Cola und Könecke (bald auch eine innerstädtische Brache) erreichten wir dann die Gestade des Hemelinger Hafens. Endpunkt dieses und Startpunkt des nächsten Urbanen Spaziergangs am 23. September 2012 bildete dann das Kohlekraftwerk.



Dienstag, 7. August 2012

Urbaner Spaziergang "Fingerverzinkung - Neue Zinnen auf alten Schlössern - eine Zeitreise auf alten Dorfwegen" am Sonntag, den 26.08.2012 um 14Uhr


Fingerverzinkung
Neue Zinnen auf alten Schlössern - eine Zeitreise auf alten Dorfwegen

Wo einst dichter Rauch aus den Schornsteinen der Industrieanlagen stob, erhebt sich heute eine lichte Vegetation über dem Hemelinger Tunnel. Vögel zwitschern und Kinder tollen über die grünen Hügel, nur gelegentlich wird die Ruhe von Flugzeugen im Landeanflug gestört. Im Hintergrund lassen sich noch Reste des hannöverschen Dorfes erkennen, das hier einst auf den Weserdünen seinem beschaulichen Alltag nachging. Überblendet werden sie von den grellen Lichtern und glänzenden Fassaden in zeitgenössischer Gewerbeoptik, die sich entlang der Verkehrstrassen ausbreitet.

Unsere Urbanen Ökostadtspaziergänge führen uns dieses Jahr in die Zwischenzonen der Stadt. Hier liegen altindustrielle Brachen neben wuchernden hypermodernen Shoppingwelten, hier haben die historischen Dorfkerne Bestand, während die Neubauten in ihrer Nachbarschaft schon wieder unter dem Abrissbagger zerfallen. In Hemelingen begegnen wir diesen Orten fußläufig, obwohl zwischen ihnen eine weite Distanz liegt.

Wir freuen uns Euch wiederzusehen! AAA

Datum: Am Sonntag, den 26.08.2012 um 14Uhr
Start: Endhaltestelle der BSAG Linien 2&10 Sebaldsbrück
Der Urbane Spaziergang ist kostenlos.

Mit freundlicher Unterstützung des Senator für Umwelt, Bau, Verkehr in enger Kooperation mit ÖkoStadt-Bremen e.V.
AAA Autonomes Architektur Atelier in Bremen
Titel: Daniel Schnier und Oliver Hasemann, Text: Oliver Hasemann, Gestaltung und Fotografien: Daniel Schnier

Donnerstag, 31. Mai 2012

Kongress in Bremen: 2nd hand spaces – die Nutzung vakanter Orte als partizipative Praktik

Kongress der ZwischenZeitZentrale am 28. und 29. Juni 2012 in Bremen-Blumenthal

2nd hand spaces – die Nutzung vakanter Orte als partizipative Praktik

2nd hand spaces entstehen vielerorts auf Basis von Zwischennutzungen. Sie ermöglichen die aktive Teilhabe von Stadtbewohner_innen an Entwicklungs- und Gestaltungsprozessen sowie die selbstbestimmte Nutzung von (Stadt-)Räumen. Dadurch fördern 2nd hand spaces Empowerment und involvieren Gruppen, die durch konventionelle Beteiligungsangebote nicht erreicht werden. Sie entfalten eine nachhaltige Wirkung durch den Aufbau sozialer Netzwerke, durch die Identitätsbildung an vakanten Orten und durch eine bedürfnisorientierte Raumproduktion. Als Türöffner und Experimentierfelder können sie über temporäre Nutzungen hinaus zum Ausgangspunkt prozesshafter Um- und Wiedernutzungen werden.

Die ZwischenZeitZentrale (ZZZ) hat über drei Jahre als Pilotprojekt der Nationalen Stadtentwicklungspolitik Zwischennutzungen im gesamten Bremer Stadtgebiet initiiert und begleitet: Brachflächen wurden für Stadtteilprojekte genutzt, Leerstände in kulturelle Produktionsstätten verwandelt und ein für den Abriss vorgesehenes Gewerbegebäude in einen selbstverwalteten Ort für kreative Selbständige transformiert.

Ausgehend von diesen Erfahrungen wird am ersten Kongresstag über Zwischen-, Um- und Wiedernutzungen vor dem Hintergrund partizipativer Planungs- und Aneignungsprozesse diskutiert. In drei Themenblöcken referieren Expertinnen verschiedener Disziplinen entlang folgender Fragen: Wie werden Zwischen-, Um- und Wiedernutzungen den Bedürfnissen ihrer Nutzerinnen angesichts veränderter Ansprüchen an den Stadtraum gerecht? Sind Zwischennutzungen als Ausgangspunkte partizipativer Stadtentwicklungsprozesse geeignet? Warum bleiben sie vielerorts auf situationsbezogenes Taktieren in Problemlagen beschränkt? Welche Chancen bieten Zwischennutzungen für einen nachhaltigeren Umgang mit dem Bestand und der Stadt?

Am zweiten Kongresstag steht der Veranstaltungsort im Vordergrund. Er beginnt mit einem Urbanen Spaziergang über das Areal der ehemaligen Bremer Wollkämmerei (BWK). Anschließend stellen Expert_innen Beispiele über die Entwicklungsprozesse auf unterschiedlichen aufgegebenen Industriearealen vor. Im folgenden Workshop werden Nutzungsoptionen für das Gebäude der ehemaligen Sortierung der BWK entwickelt. Grundlage dafür bilden die temporäre Nutzung des Gebäudes als „Palast der Produktion“ und die Erkenntnisse aus der begleitenden „Wunschproduktion“.

PROGRAMM

Donnerstag, den 28.06.2012

10:00 Begrüßung ZZZ - ZwischenZeitZentrale Bremen
10:15 Grußwort Senator Martin Günthner (Senator für Wirtschaft, Arbeit und Häfen, Bremen)

I Partizipation und Stadtentwicklungspolitik
10:30 Haustüren und Zeitfenster für aktive Teilhabe öffnen ZwischenZeitZentrale Bremen
11:15 Partizipationen. Über das Bürgerbeteiligungsverständnis der Nationalen Stadtentwicklungspolitik Stephan Willinger (BBSR, Bonn)
12:00 Neue Nutzungen für Stadtareale in Bremen: Planungs- und Partizipationsprozesse eröffnen Horizonte und ebnen den Weg Franz-Joseph Höing (Senatsbaudirektor Bremen)

12:45 Mittagspause

II Praktiken der Raumproduktion
13:30 Urban spaces as public action made durable – Learning from de-institutionalisation Dr. Assist. Prof. Massimo Bricocoli (Diap, Politecnico di Milano, Italia)
14:15 Henri Lefebvre und das Recht auf die Stadt Klaus Ronneberger (Stadtsoziologe, Frankfurt am Main)

15:00 Kaffeepause

III Praxisbeispiele: Vakanz und Partizipation
15:15 Stadt der Möglichkeiten Andreas Krauth (Raumlabor Berlin)
16:00 Initiative ergreifen in der Stadtumbaupraxis Prof. Dr. Ing. Holger Schmidt (TU Kaiserslautern)
16:45 Podiumsdiskussion
17:30 Zusammen sein
18:30 Abendessen
20:00 Buchvorstellung second hand spaces – über das Recyceln von Orten im städtischen Wandel / Recycling Sites Undergoing Urban Transformation (im Erscheinen, Jovis Verlag, Berlin)

Freitag, den 29.06.2012

10:00 Urbaner Spaziergang "Palastbesichtigung" mit dem AAA – Autonomes Architektur Atelier

Praxisbeispiele: sukzessive Entwicklung von Industriearealen
11:30 Mehr Chancen als Risiken – Potenziale einer kooperativen prozessorientierten Stadtplanung Dr. Martina Baum (ETH Zürich / STUDIO . URBANE STRATEGIEN, Karlsruhe)
12:15 "Spinnerei – from cotton to culture" Bertram Schultze (Projektentwickler, Leipzig und Nürnberg)

13:00 Mittagessen

14:00 Workshop Gemeinsame Entwicklung von Nutzungsoptionen für das Gebäude der ehemaligen Sortierung und dem BWK-Areal.
16:00 Präsentation der Ergebnisse
17:30 Ende

ORT
Der zweitägige Kongress findet im „Palast der Produktion“ statt (Landrat-Christians-Straße 95, 28779 Bremen-Blumenthal), den die ZZZ konzeptioniert hat und durchführt. In diesem Rahmen wird die frühere Sortierung der ehemaligen Bremer Wollkämmerei (BWK) als Laboratorium neuer Arbeitsformen zwischengenutzt. Mehr Informationen zum Projekt finden Sie unter www.palast-der-produktion.de.


ANMELDUNG
Die Teilnahme ist kostenlos. Die Teilnehmer_innenzahl ist an beiden Tagen begrenzt. Bitte melden Sie sich spätestens bis zum 22. Juni 2012 verbindlich per E-Mail an: sarah.osswald@zzz-bremen.de
Der Kongress findet bis auf den Vortrag von Massimo Bricocoli auf Deutsch statt. Sollten Sie eine Übersetzung ins Englische wünschen, nehmen Sie bitte frühzeitig Kontakt mit uns auf. Weitere Informationen zum Kongress finden Sie unter www.zzz-bremen.de.

Congress of the ZZZ on 28th and 29th June 2012 in Bremen-Blumenthal
2nd hand spaces – the use of vacant sites as a participatory practice
2nd hand spaces often arise out of temporary uses. They enable city residents to participate on developing and designing processes and initiate the use of self-determined (urban)areas. They promote empowerment and involve groups that are usually not reached by conventional participation processes. They develop a lasting impact by building social networks, creating a new identity of vacant sites and through a need-based production of space.
As a pilot project of the National Urban Development Policy the ZZZ – ZwischenZeitZentrale Bremen (Agency of Short Term Uses) started to initiate and accompany temporary uses throughout Bremen three years ago. Brownfield sites were used for suburban projects and vacant buildings were transformed into places of cultural production and for start-ups.
Based on these experiences the first day of the congress is about relocation and reuses in the context of participation. In three different blocks, experts will speak along the following questions: How do intermediate, conversion and reused sites meet the users´ needs? Are temporary uses suitable as starting points for participation processes? Why are they often limited to places in problem situations? What opportunities offer interim uses for a more sustainable management of the inventory property and the city?
The second day focuses the venue. We start with an Urban Walk through the former wool combing works (BWK). Afterwards different experts give examples for various reused industrial sites. Finally we gather new options for the building in the workshop.
The workshop is based on the temporary use of the building as the "Palace of Production" and the findings of the accompanying "desire production".

LOCATION
The two-day congress will take place in the "Palace of production", a former wool combing works (BWK). The address is Landrat-Christians-Strasse 95, 28779 Bremen-Blumenthal.
The Palace of the Production is designed by the ZZZ as a temporary laboratory for testing new ways of working and production methods. The project invites all kind of people to artistic and practical approaches to work, on a vacant place of the industrial age.
More information at: www.palast-der-produktion.de.

REGISTRATION
Participation is free. The number of participants is limited. Please register by June 22 via email: sarah.osswald@zzz-bremen.de
The congress will be in German, except the lecture by Massimo Bricocoli. If you would like a translation into English, please contact us early. More information about the congress at: www.zzz-bremen.de.

Donnerstag, 15. März 2012

Weser Kurier, 23.02.2012: Transparenz bei Leerständen


Transparenz bei Leerständen 
AAA versteht neue Internetseite als Informationsdrehscheibe 
 
Überseestadt (wk). Das am Hansator ansässige Autonome Architektur Atelier (AAA) will mehr Transparenz bei Leerständen in Bremen schaffen. Raumplaner Oliver Hasemann und Diplom-Architekt Daniel Schnier betreiben dafür nun eine separate Internetseite, die unter der Adresse www.leerstandsmelder.de zu finden ist.
Über diese Plattform können leerstehende Gebäude oder Flächen in Bremen per Internet gemeldet, gesucht, kommentiert und diskutiert werden. Auf diese Weise will AAA dazu beitragen, dass Ideen zum konstruktiven Umgang mit Leerständen Raum bekommen können. Eine Variante für Nutzer wäre, auf dieser Seite Raum für Zwischennutzungen zu melden. Denn Menschen brauchen Räume, um ihre Bedürfnisse zu decken, um Freiräume zu schaffen, um Neues auszuprobieren. Gleichzeitig stehen Gebäude leer und verfallen ungenutzt. Dabei können Leerstände neuen Projekten der Stadtgesellschaft Raum bieten.


© Copyright Bremer Tageszeitungen AG Ausgabe: West Seite: 1 Datum: 23.02.2012

Donnerstag, 23. Februar 2012

Bremer Anzeiger, 12.02.2012: Die verlassenen Häuser der Stadt



Von Matthias Koch
BREMEN. „Leer“ – schon mehr als 130 Mal ist dieser Hinweis auf kleinen roten Schildern an Bremer Gebäuden zu finden. Zumindest virtuell. Dafür sorgt ein neues Internetprojekt des Autonomen Architektur Ateliers, das verlassene Gebäude in Bremen auflistet.
Zu finden ist der Stadtplan der ungenutzten Gebäude auf der Internetplattform www.leerstandsmelder.de. Obwohl erst Anfang Februar gestartet, weist die Bremer Karte mittlerweile schon 132 Einträge auf – und es werden täglich mehr.
Die Idee dahinter: Wer ein leer stehendes Gebäude kennt, kann dies auf der Internetseite vermerken und ein Foto des Hauses dazustellen. Weitere
Nutzer, die Näheres wissen, können die Einträge ergänzen und kommentieren.
Geboren wurde die Idee in Hamburg von einer Initiative im einst vom Abriss bedrohten Hamburger Gängeviertel.
Heute finden sich bereits mehr als 700 verlassene Gebäude im Hamburger Leerstandsmelder.
Jetzt ist das Konzept sozusagen von der Elbe an die Weser geschwappt.
Und wozu das Ganze? „Leerstände können Möglichkeitsräume sein“, heißt es aus dem Autonomen Architektur Atelier (AAA), das die Seite für Bremen betreut. Oder etwas konkreter: Viele Kulturinitiativen und Wohnprojekte würden händeringend nach Räumen für ihre
Ideen suchen, aber oft scheitern, weil es keine entsprechenden Angebote gibt – und das, obwohl viele Gebäude ungenutzt verfallen.
Die Internetseite soll dabei vor allem für Transparenz sorgen: „Es gibt bislang kein stadtweites Leerstandskataster – diese Lücke wollen wir schließen“,
sagt Daniel Schnier vom AAA.Dabei falle auf, das manche den Satz „Eigentum verpflichtet“ offenbar wenig ernst nehmen – und ihre Immobilie verfallen lassen. Dennoch wolle man aber
nicht etwa Besitzer leer stehender Gebäude an den Pranger stellen. „Uns geht es in erster Linie darum, Diskussionen anzuregen.“
Wenn daraus dann tatsächlich neue Ideen für Zwischen- oder Nachnutzungen folgen sollten, sei das ein positiver Nebeneffekt. „Letztlich aber wollen wir vor allem ein Informationsforum bieten und zwar sowohl für Leute, die sagen ,Mensch, dass da dieses schöne Haus in meiner
Nachbarschaft leer steht, tut mir richtig weh‘, als auch für diejenigen, die nach Infos suchen“, sagt Schnier.
Warum steht das Gebäude leer? Gibt es Abriss-Gerüchte oder Pläne für eine neue Nutzung?
Auch Antworten auf derartige Fragen sollen online zusammengetragen werden.
„Im Idealfall entsteht eine Art Schwarmintelligenz, weil die Nutzer ihr Wissen vereinen.“
Erste Beispiele, dass dabei durchaus ausgewogene Informationen zusammenkommen, finden sich bereits: So erfährt man etwa bei einem Klick auf das leer stehende Leffers-Kaufhaus am Brill, dass hier ein Hotelneubau im Gespräch ist. Eine offizielle Bestätigung des Investors gebe es dafür aber noch nicht.
Was am Ende bei dem ganzen Projekt herauskommen soll? „Wir sind selbst sehr gespannt, wie sich das weiter entwickelt“, sagt Schnier.
Dass die Idee allerdings durchaus Potenzial hat, macht schon jetzt das Beispiel Hamburg deutlich: Dort beteiligen sich mittlerweile auch Hausbesitzer wie etwa die städtische Immobilienverwaltung an der Diskussion über die Zukunft leer stehender Gebäude.
(c) Bremer Anzeiger, Mathias Koch

Dienstag, 10. Januar 2012

extraVakant am Freitag, den 10. Februar 2012 ab 23.00Uhr mit dem Gängeviertel, der NutzerInnengruppe vom ehemaligen Sportamt, dem Zucker-Club und dem AAA


extraVakant

Freitag 10. Februar 2012 ab 23 Uhr
Zucker Club Bremen
Friedrich-Rauers-Straße 10, Bremen
5,- Euro Soli für Leerstandsmelder.de

Techno, Elektro, Drum ’n’ Bass:

speed up my pink pony (live / HB)
pump it team (trash performance / HB)
Suse (amazingmono / HB)
Perlentaucher (HB)
Frank Malditz (HH)

Funk, HipHop, Dubstep:

h.heh (ill / HH)
achtern (Komm in die Gänge / HH)
Señor Rita (Komm in die Gänge / HH)
miel (Straight Ass Broken, Komm in die Gänge / HH)

Menschen brauchen Räume um ihre Bedürfnisse zu decken, um Freiräume zu schaffen, um Neues auszuprobieren. Gleichzeitig stehen Gebäude leer und verfallen ungenutzt. Das wollen wir ändern – mit eurer Hilfe!

Die Einnahmen der Party fließen in die Finanzierung von leerstandsmelder.de. Dort könnt ihr ab dem 01.02.2012 Leerstände in Bremen melden. Gemeinsam entsteht damit ein kollektiver Raumpool für mehr Transparenz und neue Möglichkeitsräume in unserer Stadt.

Gestaltet wird der Abend von Projekten aus Bremen und Hamburg, die solche Möglichkeitsräume bereits geschaffen haben – dem Autonomen Architektur Atelier, der NutzerInnengruppe vom ehemaligen Sportamt, dem Gängeviertel und dem Zucker-Club.

www.leerstandsmelder.de
www.aaa-bremen.de
www.sportamt.blogsport.de
www.das-gaengeviertel.info
www.zucker-club.de


Montag, 24. Oktober 2011

WESER KURIER, 24.10.2011

VON VOLKER ALTHOFF Neustadt·Grolland. Von der Bremer Schweiz hat man ja schon mal gehört, was aber nicht heißt, dass die Hansestadt für landschaftliche Höhenzüge bekannt wäre. Und doch haben etwa 40 Bremerinnen und Bremer auf einem Ausflug die „Bremer Alpen“ entdeckt. Einige von ihnen hatten die Hügellandschaft neben der Autobahn 281 noch nie wahrgenommen. Es ist eben ein Ort, wo das Wandern oder Verweilen auf keinen Fall erlaubt ist. 
Andererseits sei hier ein durchaus angesagter Treff für Picknicks, weiß Daniel Schnier vom Autonomen Architektur Atelier (AAA) zu berichten – gleichermaßen beliebt wie illegal. Etliche solcher abseitigen Plätze und Gegenden waren Ziele des Ökostadtspaziergangs durch einen Teil der Neustadt und Grolland. Dazu eingeladen hatten Heiko Franke vom Verein „Öko- Stadt“ und Daniel Schnier sowie Oliver Hasemann vom AAA. Alle drei begrüßten die Teilnehmer an der Richard-Dunkel-Straße unter der Autobahn 281.
Der Rundgang stand unter dem Oberthema „Renaturierung“: „Dabei geht es umdas Verhältnis von Mensch und Natur“, wobei Letztere per Definition als unbeeinflusst angenommen wird. „Jedoch gibt es immer mehr ökologische Gebiete, wo von außen eingegriffen wird“, erklärte Hasemann. Er verdeutlichte der Gruppe den Zusammenhang am Beispiel einer grünen Wiese. „Wenn solch eine Fläche bebaut wird, muss eine andere Grünfläche aufgewertet werden.“ Ausgleichsmaßnahmen heißt das in Bau- und Umweltbehörde.
Andererseits seien viele Biotope, die toll aussehen, in Wirklichkeit verkommen und vernachlässigt. Das meint der Begriff „Grünschattenwirtschaft“, wozu ungepflegte Orte gehören. „Wir wollen Gegenden im Stadtgebiet aufzeigen, wo man sich nicht so gerne aufhält, die unschön sind, belastet durch Industrie oder Verkehr oder sich im Umbruch befinden“, erläuterte Hasemann. Während des Rundgangs werden Zusammenhänge erklärt und Hintergrundinformationen zu den einzelnen Orten gegeben, „aber die Teilnehmer sollen sich aktiv beteiligen“, ermunterte Hasemann die Gruppe zu eigenen Beobachtungen.

Ein erster Blick in Richtung westliche Airportstadt lieferte eine Antwort darauf, wo der Mensch stark in die Natur eingegriffen hat. Dort entsteht nämlich ein ganz neuer Stadtteil. Sehr alt ist dagegen das Fabrikgelände der MDEXX GmbH, die von 1961 bis 2004 eine Tochterfirma der Siemens AG war. Wo in der Zeit des Zweiten Weltkrieges viele Zwangsarbeiter Munition für Waffen herstellten, werden heutzutage Maschinenteile für Transformatoren gebaut.
Vom Gelände aus in Richtung A 281 gibt es einen wunderbaren Blick auf die „Bremer Alpen“, die zwar nicht schneebedeckt sind und Romantik versprechen, aber immerhin grün sind. Ein anderer, vielen unbekannter Ort während der Besichtigungstour war die „Autoinsel“. Dort, hinter dem Einkaufscenter an der Duckwitzstraße, werden Autos auf Lkw geladen und unter anderem nach Riga transportiert.
„Offiziell gehört die Fläche zum Gewerbegebiet, wird aber von der Stadt als Sonderfläche ausgewiesen“, erläuterte Hasemann. Hier komme wieder der Begriff „Grünschattenwirtschaft“ ins Spiel, da der Handel im Stadtgebiet nicht erwünscht sei und deshalb an den Rand verlagert werde – und so der öffentlichen Wahrnehmung entrückt. Vom Einkaufscenter ging es dann ein kleines Stück an der Bundesstraße 75 entlang, bevor die Gruppe ihren Gang unterhalb der viel befahrenen Autostrecke fortsetzte. An der Ochtum entlang ging es zum Platz „der guten Früchte“, der seinen Namen vom Kleingartenverein „gute Frucht“ bekommen hat. Er liegt zwischen Gewerbe- und Parzellengebiet. Von dort aus führte die Route in Richtung Ochtumpark, der an das Flughafengelände angrenzt, und weiter zum Park links der Weser. Mit seinen Grünflächen und kleinen Flüssen sowie Seen gibt es dort Natur pur zum Anfassen und Erleben – „eine Attraktion für Fahrradfahrer, Fußgänger oder Inliner“, so Schnier. Ziel- und Endpunkt der zweieinhalbstündigen Tour war die Straßenbahnhaltestelle Norderländer Straße. Die Resonanz der Teilnehmer war durchgehend positiv. Bärbel Nordbruch aus der Neustadt hat ganz neue Orte entdeckt: „Das Autoareal hinter Real-Kauf habe ich zum ersten Mal gesehen. Interessant sind auch die Gegensätze, die es hier gibt, zum Beispiel auf der einen Seite der Flughafen und gegenüber das Kleingartengebiet." Dieser Meinung war auch Jürgen Döhmann aus der Neustadt, den das Gelände hinter dem Einkaufszentrum mit dem Autoschrotthändler sehr interessierte. „Das war sehr spannend, ich hätte nie gedacht, dass es dahinter noch eine Zuwegung gibt.“ Christa Schaub aus der Neustadt richtete ihr Augenmerk insbesondere auf die Zusammenhänge zwischen Gewerbe- und Naherholungsgebieten. Sie hat beobachtet, dass sich „immer mehr Industriegebiete ausbreiten und Parzellen- sowie Kleingartenräume verkleinern“. Die Orte seien so faszinierend, merkte Jürgen Döhmann an, dass er beim nächsten Stadtteilrundgang wieder mitlaufen würde.

© Copyright Bremer Tageszeitungen AG Ausgabe: Weser Kurier Stadtteilkurier Links der Weser / SÜD, Seite: 2 Datum: 24.10.2011, Bericht von Volker Althoff, Fotos von Jo Chen und Volker Althoff

Dokumentation und Resumée "Grünschattenwirtschaft - Entdeckungsreise durch die civita ingocnita" vom 16.10.2011






Unser Ausflug in die Grünschattenwirtschaft beschloss am vergangenen Sonntag unsere diesjährige Reihe Urbaner Ökostadtspaziergänge. Bei optimalem Wetter für einen Sonntagsspaziergang konnten wir über 50 BesucherInnen begrüßen, die mit uns eine Expedition in unbekannte Gebiete unternehmen wollten.
Von unserem Treffpunkt an der Duckwitzstraße begaben wir uns entlang der neu gebauten Autobahn und vergessener Eisenbahngleise unter der Bundestraße 6 in Richtung Eisenbahnstrecke Bremen – Oldenburg. Einem Areal also, das von Verkehrssträngen und -strömen geprägt ist. Hier in der Richard-Dunkel Straße befand sich im Krieg eine Munitionsfabrik, deren Gebäude auch heute weiter genutzt werden. Oder zumindest wurden, denn die Firma Mdexx, die hier produziert, will die Arbeitsplätze auslagern an andere Standorte.
Ausgelagert wirkten auch die diversen Autohändler, die sich im Umfeld der Eisenbahntrasse niedergelassen haben. Im Rücken des Einkaufszentrums an der Ochtum haben sie sich auf den Handel mit Fahrzeugen spezialisiert, die aufgrund ihres Alters oder ihres Zustandes ihre Zukunft in eher fernen Ländern haben. Gefühlt befanden wir uns hier in einem unkontrollierten Raum, mit Nutzungen, die an anderer Stelle ungern gesehen sind. Praktisch bedeutet diese mangelnde Kontrolle, die auch Ausdruck einer extensiven Nutzung ist, eine Ausbreitung von Grünflächen.
Über kurze Wege bewegten wir uns an die Vorderseite des Einkaufszentrums. Auf seinem Parkplatz wurde gerade noch ein Flohmarkt abgebaut und die einseitig autolastige Erschließung dieses Areals deutlich. Hier entspann sich überraschend eine Diskussion über die Schaffung von neuen Einkaufsflächen. Zumal von solchen, die nur mit dem Auto erreichbar sind und damit den Möglichkeiten in Stuhr oder Posthausen gleichen. Die Argumente, dass in der Innenstadt neue Angebote notwendig sind, um Kunden zu halten, und gleichzeitig auch an der Peripherie Angebote auf der Grünen Wiese entstehen, überzeugte dabei nicht vollständig.
Diese Diskussion ließ sich auch nicht zu Ende führen, allerdings konnten wir sie schnell hinter uns lassen, denn direkt hinter dem Einkaufsareal standen wir schon im Grünen. Über Brücken und Tunnel ging es in die Kleingärten zwischen Flughafen und Ochtum. Hinter den Obstbäumen waren erste Bürogebäude der Airport Stadt zu erkennen und startende Flugzeuge kreuzten unseren Weg, der schlussendlich in den Park Links der Weser führte. Sehr offenkundig wurde hier, wie schon zuvor an der Ochtum, dass unser subjektiver Begriff von Natur wenig mit der „wirklichen“ Natur zu tun hat. Denn gerade die Kulturlandschaft, also die vom Menschen geschaffene und gestaltete Landschaft erwies sich vor unseren Augen als akzeptierteste Grünlandschaft.
Auf unserem Suche nach Natur und Re(naturierter) Natur, auf unseren Wegen zwischen geplantem und ungeplantem, zwischen gepflegtem und ungepflegtem, zeigte sich insgesamt auf, dass wir unseren subjektiven Eindruck von Natur nicht ablegen können. Wir bedanken uns dafür, dass Ihr uns auf diesen Erkundungen so zahlreich begleitet habt und freuen uns auf kommende Spaziergänge.

gps-log zum downloaden fuer google earth:
oder online in google maps:
oder mit openstreetmap-karte:
MultiMediAAA-Daten (gps): Thorben Thürmer Bilder: Daniel Schnier Text: Oliver Hasemann

Freitag, 30. September 2011

Vortragsreihe "Zwischenstationen für die Bahnhofsvorstadt" im Oktober 2011 in der Glasbox


Zwischenstationen für die Bahnhofsvorstadt
Vierteilige Vortragsreihe im Oktober 2011


Die Bremer Bahnhofsvorstadt bildet den räumlichen Übergang von der historischen Innenstadt zur Stadt im Zeitalter der Industrialisierung, die über die ehemaligen Befestigungsanlagen – heute die Wallanlagen – hinaus gewachsen ist. Mit dem Bahnhof und der Hochstraße am Breitenweg wird sie heute als Transitraum und zugleich Zugangsraum zur Stadt geprägt.

Die Bahnhofsvorstadt ist dabei auch ein Ort der Gegensätze und der sozialen als auch ökonomischen Probleme. Der Wandel von Einkaufsgewohnheiten und veränderte Ansprüche an Büroräume. Die Nähe zum Milieu entlang der Diskomeile wirkt sich zudem negativ auf das Image der Bahnhofsvorstadt aus.

Für diesen Raum eröffnen sich aber auch verschiedene neue Perspektiven, der Umbau von Büroflächen zu neuen Nutzungsarten, die Zwischennutzung von Leerständen durch Nutzer_innen mit neuartigen Nutzungskonzepten und die Einbeziehung in die innerstädtische Stadtentwicklung machen die Bahnhofsvorstadt für ein Klientel interessant, dass dieses Quartier bisher nur als Transitraum nutzt.

Mit der Veranstaltungsreihe „Zwischenstationen für die Bahnhofsvorstadt“ präsentiert die ZwischenZeitZentrale Bremen Erfahrungsberichte und Perspektiven für die Bahnhofsvorstadt. Präsentiert werden die Vorträge in der Glasbox am ehemaligen Siemenshochhaus, einer laufenden Zwischennutzung zum Anfassen.



Am Dienstag, den 18. Oktober 2011 gibt es, nach einer Key Note von Frau Eva Herr vom Senator für Umwelt, Bau und Verkehr, eine Übersicht über Zwischennutzungen in Bremen und die laufenden und geplanten Aktivitäten der ZwischenZeitZentrale Bremen in der Bahnhofsvorstadt.
Http://www.zzz-bremen.de


Am Donnerstag, den 20. Oktober 2011 hält Carsten Venus von Blauraum Architekten Hamburg einen Vortrag über das Redevelopment von Bürohäusern. Bürobestände der 50er und 60er Jahre sind zunehmend von Leerstände betroffen. Bauliche Mängel, veränderte Anforderungen aber insbesondere

die Konkurrenz durch neue Bürostandorte entziehen ihnen ihre bisherige Nutzung. In seinem Vortrag über das Redelopment von Bürohäusern wird Carsten Venus anhand von harten Zahlen
aus eigenen Forschungen und praktischen Erfahrungen mit Immobilieneigentümer_innen aufzeigen, welche ökonomischen und praktischen Gründe eine Umnutzung beeinflussen.
Http://www.blauraum.eu


Am Donnerstag, den 27. Oktober 2011 wird Felix Nowak von bb22 in Frankfurt Erfahrungen aus dem Frankfurter Bahnhofsviertel mitbringen. Das Frankfurter Bahnhofsviertel ist ob seiner Drogen- und Rotlichszene, sozialer und städtebaulicher Probleme berühmt-berüchtigt. Als „no-go Area“ verschrien, haben sich hier in den vergangenen Jahren verschiedene Ansätze auf sozialer und städtebaulicher Ebene entwickelt. Felix Nowak wird Beispiele aus seiner Praxis im Frankfurter Bahnhofsviertel sowie die Leitlinien städtischer Planung in diesem Quartier darlegen.
http://bb22.net/


Am Montag, den 31. Oktober 2011 kommen Judith Hartnack, Virginia Schultheis und Jürgen Zeller von AT JUJUGI aus Frankfurt am Main nach Bremen. Mit einem kleinen, mobilen "Souvenirladen" gaben sie in den Spätsommermonaten 2009 dem Bahnhofvorplatz in Frankfurt 3 Monate lang einen neuen Inhalt – Souvenir Frankfurt. Eine Überseekiste voll gepackt mit zeitgenössischen Andenken. Auf Grund der großen Resonanz wurde das Projekt weiterentwickelt. In einer vergessenen Passage im Bahnhofsviertel zwischen Samosas, afghanischen Schneidern, afrikanische Haarkämmen und viel Leerstand wurde ein Ladenlokal für eine Zwischennutzung angemietet. Im Frühsommer 2011 ergab sich bei der Suche nach neuen Leerständen die Möglichkeit eine Ladenfläche in der Innenstadt mit 5x soviel Fläche zwischen zu nutzen. Die Eigentümer des Einkaufszentrums erkannten die Kraft von kreativen Projekten…
http://www.souvenir-frankfurt.de


Alle Vorträge beginnen gegen 19:30Uhr in der Glasbox am ehemaligen Siemenshochhaus, Contrescarpe 73, 28195 Bremen. Die Veranstaltungen sind kostenfrei, im Anschluss wird es jeweils die Möglichkeit zur Diskussion geben.
Http://www.glasbox.blogspot.com
http://www.zzz-bremen.de/glasbox-kreativ-innovativ-interdisziplin-r

Eine Veranstaltungsreihe des AAA und der ZZZ in Kooperation mit der RLI Bremen.


Dienstag, 20. September 2011

Urbaner Spaziergang "Grünschattenwirtschaft - Entdeckungsreise durch die Civita Incognita" am 16.10.2011 um 14Uhr

Hinter der Duckwitzstraße endet die Stadt. Diese Wahrnehmung überkommt einen, wenn man sich von der Neuenlander Straße hierher begibt. Gewerbebauten, Produktionsanlagen und Verkehrsstränge schnüren hier den freien Blick ein. Vielen Nutzungen haftet der Eindruck des Provisorischen, wenn nicht sogar des Illegalen an. Brombeerdickichte ergänzen und füllen die Lücken zwischen den allgegenwärtigen Zäunen.

Erst ein Blick hinter diese Dickichte offenbart eine ganz andere Welt: In einem neuen, künstlichen Bett fließt die Ochtum durch eine feine Parklandschaft.

Die Ecken und Randgebiete einer Stadt mit ihren unwirtlichen Orten bilden das Ziel unseres dritten Urbanen Ökostadtspaziergangs. Wir bewegen uns in den gefühlten Schatten einer Stadt. Sie sind Zonen geringer

Aufmerksamkeit und nachlässiger Pflege, werden kaum wahrgenommen und ungern besucht. Manche Nutzungen können sich deshalb nur hier ansiedeln. Entlang der Ochtum, zwischen Bahnstrecke und Hochstraße, hinter Industrie und Autobahn, hat sich ein Gebiet entwickelt, das sich auch als eine grüne Oase anderer Art interpretieren lässt.


Der Urbane Spaziergang ist kostenlos.


Mit freundlicher Unterstützung des Senator für Umwelt, Bau, Verkehr in enger Kooperation mit ÖkoStadt-Bremen e.V.

AAA Autonomes Architektur Atelier in Bremen
Titel: Daniel Schnier und Oliver Hasemann, Text: Oliver Hasemann, Gestaltung und Fotografien: Daniel Schnier