2nd hand spaces – die Nutzung vakanter Orte als partizipative Praktik
2nd hand spaces entstehen vielerorts auf Basis von Zwischennutzungen.
Sie ermöglichen die aktive Teilhabe von Stadtbewohner_innen an
Entwicklungs- und Gestaltungsprozessen sowie die selbstbestimmte Nutzung
von (Stadt-)Räumen. Dadurch fördern 2nd hand spaces Empowerment und
involvieren Gruppen, die durch konventionelle Beteiligungsangebote nicht
erreicht werden. Sie entfalten eine nachhaltige Wirkung durch den
Aufbau sozialer Netzwerke, durch die Identitätsbildung an vakanten Orten
und durch eine bedürfnisorientierte Raumproduktion. Als Türöffner und
Experimentierfelder können sie über temporäre Nutzungen hinaus zum
Ausgangspunkt prozesshafter Um- und Wiedernutzungen werden.
Die ZwischenZeitZentrale (ZZZ) hat über drei Jahre als Pilotprojekt
der Nationalen Stadtentwicklungspolitik Zwischennutzungen im gesamten
Bremer Stadtgebiet initiiert und begleitet: Brachflächen wurden für
Stadtteilprojekte genutzt, Leerstände in kulturelle Produktionsstätten
verwandelt und ein für den Abriss vorgesehenes Gewerbegebäude in einen
selbstverwalteten Ort für kreative Selbständige transformiert.
Ausgehend von diesen Erfahrungen wird am ersten Kongresstag über
Zwischen-, Um- und Wiedernutzungen vor dem Hintergrund partizipativer
Planungs- und Aneignungsprozesse diskutiert. In drei Themenblöcken
referieren Expert
innen verschiedener Disziplinen entlang folgender
Fragen: Wie werden Zwischen-, Um- und Wiedernutzungen den Bedürfnissen
ihrer Nutzerinnen angesichts veränderter Ansprüchen an den
Stadtraum gerecht? Sind Zwischennutzungen als Ausgangspunkte
partizipativer Stadtentwicklungsprozesse geeignet? Warum bleiben sie
vielerorts auf situationsbezogenes Taktieren in Problemlagen beschränkt?
Welche Chancen bieten Zwischennutzungen für einen nachhaltigeren Umgang
mit dem Bestand und der Stadt?
Am zweiten Kongresstag steht der Veranstaltungsort im Vordergrund. Er
beginnt mit einem Urbanen Spaziergang über das Areal der ehemaligen
Bremer Wollkämmerei (BWK). Anschließend stellen Expert_innen Beispiele
über die Entwicklungsprozesse auf unterschiedlichen aufgegebenen
Industriearealen vor. Im folgenden Workshop werden Nutzungsoptionen für
das Gebäude der ehemaligen Sortierung der BWK entwickelt. Grundlage
dafür bilden die temporäre Nutzung des Gebäudes als „Palast der
Produktion“ und die Erkenntnisse aus der begleitenden
„Wunschproduktion“.
PROGRAMM
Donnerstag, den 28.06.2012
10:00 Begrüßung
ZZZ - ZwischenZeitZentrale Bremen
10:15 Grußwort Senator Martin Günthner (Senator für Wirtschaft, Arbeit und Häfen, Bremen)
I Partizipation und Stadtentwicklungspolitik
10:30
Haustüren und Zeitfenster für aktive Teilhabe öffnen
ZwischenZeitZentrale Bremen
11:15
Partizipationen. Über das Bürgerbeteiligungsverständnis der Nationalen Stadtentwicklungspolitik
Stephan Willinger (BBSR, Bonn)
12:00
Neue Nutzungen für Stadtareale in Bremen: Planungs- und Partizipationsprozesse eröffnen Horizonte und ebnen den Weg
Franz-Joseph Höing (Senatsbaudirektor Bremen)
12:45 Mittagspause
II Praktiken der Raumproduktion
13:30
Urban spaces as public action made durable – Learning from de-institutionalisation
Dr. Assist. Prof. Massimo Bricocoli (Diap, Politecnico di Milano, Italia)
14:15
Henri Lefebvre und das Recht auf die Stadt
Klaus Ronneberger (Stadtsoziologe, Frankfurt am Main)
15:00 Kaffeepause
III Praxisbeispiele: Vakanz und Partizipation
15:15
Stadt der Möglichkeiten
Andreas Krauth (Raumlabor Berlin)
16:00
Initiative ergreifen in der Stadtumbaupraxis
Prof. Dr. Ing. Holger Schmidt (TU Kaiserslautern)
16:45 Podiumsdiskussion
17:30 Zusammen sein
18:30 Abendessen
20:00 Buchvorstellung
second hand spaces – über das Recyceln von Orten im städtischen Wandel /
Recycling Sites Undergoing Urban Transformation (im Erscheinen, Jovis
Verlag, Berlin)
Freitag, den 29.06.2012
10:00
Urbaner Spaziergang "Palastbesichtigung" mit dem
AAA – Autonomes Architektur Atelier
Praxisbeispiele: sukzessive Entwicklung von Industriearealen
11:30
Mehr Chancen als Risiken – Potenziale einer kooperativen prozessorientierten Stadtplanung
Dr. Martina Baum (ETH Zürich / STUDIO . URBANE STRATEGIEN, Karlsruhe)
12:15
"Spinnerei – from cotton to culture"
Bertram Schultze (Projektentwickler, Leipzig und Nürnberg)
13:00 Mittagessen
14:00 Workshop
Gemeinsame Entwicklung von Nutzungsoptionen für das Gebäude der ehemaligen Sortierung und dem BWK-Areal.
16:00 Präsentation der Ergebnisse
17:30 Ende
ORT
Der zweitägige Kongress findet im „Palast der Produktion“ statt
(Landrat-Christians-Straße 95, 28779 Bremen-Blumenthal), den die ZZZ
konzeptioniert hat und durchführt. In diesem Rahmen wird die frühere
Sortierung der ehemaligen Bremer Wollkämmerei (BWK) als Laboratorium
neuer Arbeitsformen zwischengenutzt. Mehr Informationen zum Projekt
finden Sie unter
www.palast-der-produktion.de.
ANMELDUNG
Die Teilnahme ist kostenlos. Die Teilnehmer_innenzahl ist an beiden
Tagen begrenzt. Bitte melden Sie sich spätestens bis zum 22. Juni 2012
verbindlich per E-Mail an: sarah.osswald@zzz-bremen.de
Der Kongress findet bis auf den Vortrag von Massimo Bricocoli auf
Deutsch statt. Sollten Sie eine Übersetzung ins Englische wünschen,
nehmen Sie bitte frühzeitig Kontakt mit uns auf. Weitere Informationen
zum Kongress finden Sie unter
www.zzz-bremen.de.
Congress of the ZZZ on 28th and 29th June 2012 in Bremen-Blumenthal
2nd hand spaces – the use of vacant sites as a participatory practice
2nd hand spaces often arise out of temporary uses. They enable city
residents to participate on developing and designing processes and
initiate the use of self-determined (urban)areas. They promote
empowerment and involve groups that are usually not reached by
conventional participation processes. They develop a lasting impact by
building social networks, creating a new identity of vacant sites and
through a need-based production of space.
As a pilot project of the National Urban Development Policy the ZZZ –
ZwischenZeitZentrale Bremen (Agency of Short Term Uses) started to
initiate and accompany temporary uses throughout Bremen three years ago.
Brownfield sites were used for suburban projects and vacant buildings
were transformed into places of cultural production and for start-ups.
Based on these experiences the first day of the congress is about
relocation and reuses in the context of participation. In three
different blocks, experts will speak along the following questions: How
do intermediate, conversion and reused sites meet the users´ needs? Are
temporary uses suitable as starting points for participation processes?
Why are they often limited to places in problem situations? What
opportunities offer interim uses for a more sustainable management of
the inventory property and the city?
The second day focuses the venue. We start with an Urban Walk through
the former wool combing works (BWK). Afterwards different experts give
examples for various reused industrial sites. Finally we gather new
options for the building in the workshop.
The workshop is based on the temporary use of the building as the
"Palace of Production" and the findings of the accompanying "desire
production".
LOCATION
The two-day congress will take place in the "Palace of production", a
former wool combing works (BWK). The address is
Landrat-Christians-Strasse 95, 28779 Bremen-Blumenthal.
The Palace of the Production is designed by the ZZZ as a temporary
laboratory for testing new ways of working and production methods. The
project invites all kind of people to artistic and practical approaches
to work, on a vacant place of the industrial age.
More information at: www.palast-der-produktion.de.
REGISTRATION
Participation is free. The number of participants is limited. Please register by June 22 via email: sarah.osswald@zzz-bremen.de
The congress will be in German, except the lecture by Massimo
Bricocoli. If you would like a translation into English, please contact
us early. More information about the congress at: www.zzz-bremen.de.