Montag, 17. Dezember 2007

Schöne Feiertage wünscht das AAA.

Das AAA wünscht allen Menschen, die wir in so kurzer Zeit kennengelernt haben, schöne Feiertage. Dieses Foto entstand Anfang Dezember 2007 auf dem Deck der neuen Quartiersgarage am Kopf des Europahafens und wurde von Cathrin Eisenstein erstellt.
Foto: Cathrin Eisenstein

Montag, 10. Dezember 2007

WESER KURIER, 06.12.2007

Spaziergang trotz strömenden Regens

WOLTMERSHAUSEN (BKR). Viel Durchhaltevermögen bewiesen die Teilnehmer des urbanen Spaziergangs, zu dem kürzlich das Autonome Architektur Atelier (AAA) eingeladen hatte. Trotz strömenden Regens wanderten rund 30 Leute knapp zwei Stunden lang tapfer durch Woltmershausen, um das Quartier gemeinsam zu erforschen.

Schon mehrmals hatte das AAA zu einem urbanen Spaziergang durch verschiedene Stadtteile aufgerufen. Dabei geht es den Veranstaltern weniger darum, eine Gruppe zu führen und sie zu belehren. Viel eher wollen die Architekten und Raumplaner mit den Menschen vor Ort in Kontakt kommen und die Geschichten erfahren, die das Quartier bewegen.

Der Rundgang durch Woltmershausen stand unter dem Motto: "Eingekreist und vom Winde verweht" und führte die Gruppe vom Neustadtsbahnhof durch den Tunnel, am ehemaligen Gaswerk vorbei entlang der neuen Autobahn bis zum Brinkmann-Speicher, dann durch das Wohngebiet "Auf dem Bohnenkamp", über den Marktplatz zum Weseruferpark. Im Internet gibt es unter www.aaa-bremen.de mehr Informationen.

© www.weser-kurier.de | von der WESER-KURIER Mitarbeiterin Birgit Krieger, FOTO: Walter Gerbracht

Donnerstag, 6. Dezember 2007

"Eingekreist und vom Winde verweht" Dokumentation und Resumeé vom 02.12.2007



Stürmischer Empfang in Pusdorf

Pünktlich zu unserem Urbanen Spaziergang durch Woltmershausen setzte am Sonntag um 14 Uhr Regen ein und der beständig pustende Wind verdeutlichte noch dazu, dass wir heute durch Pusdorf spazieren würden, wie Woltmershausen umgangssprachlich genannt wird. Trotz der etwas widrigen Wetterumstände haben sich über 30 Interessierte am Neustädter Bahnhof eingefunden, um mit uns den Spaziergang rein nach Woltmershausen zu wagen. Die Entscheidung, in der Neustadt zu starten, war bewusst gewählt worden, um zu verdeutlichen, wie stark Woltmershausen von der restlichen Stadt abgetrennt ist. Erst nach dem wir unter den Bahnstrecke nach Oldenburg durchgegangen waren, begann somit der Spaziergang durch Pusdorf.

Mit einem Merkmal Pusdorfs wurden wir gleich am Ortseingang konfrontiert, in diesem Fall in der Gestalt von Morsezeichen, mit der Anwesenheit von Reminiszenzen an vergangenes maritimes Leben im Stadtbild. Die Verbindung zur Seefahrt, zum Schiffbau und vor allem zur Hafenwirtschaft haben die Geschichte Woltmershausens ebenso geprägt wie das ehemalige Gaswerk, das bis zum Abriss der Gasometer das Ortsbild und auch die Wahrnehmung des Stadtteils über seine Grenzen hinaus prägte. Geblieben ist ein riesiges Areal, das mitten im Stadtteil immer noch weitgehend unzugänglich ist. Ebenso unzugänglich und barrierebildend ist die neue Autobahn A281, die Woltmershausen im Westen eingrenzt. Hier fließen die Lkw-Ströme zwischen der A1 und dem Güterverkehrszentrum und dem Neustädter Hafen in Niedervieland.

Das Woltmershausen nicht nur von Verkehrswegen umschlossen und von Gewerbegebieten durchsetzt ist, erfuhren wir auf unserem Weg in den Kern des Stadtteils. Hier passierten wir grüne Kleingartenanlagen und kleinteilige Wohnbebauung. Teilweise scheint hier die Zeit still zu stehen, viele der Angebote und Bauten erinnern noch an die 60er oder 70er Jahre. Die Frage, die wir uns hier stellten, ist, ob Woltmershausen eine ruhige, angenehme Oase oder doch eher eine abgeschnittene Insel ist und ob die Qualitäten des Stadtteils auch außerhalb bekannt werden. Denn tatsächlich war und ist der Stadtteil auch ein Strandbad, früher gab es hier richtige Sandstrände und mittlerweile ist auch wieder eine Badestelle an der Weser eröffnet worden.

Wir haben, auch dank der vielen PusdorferInnen, während des Spaziergangs viel über Woltmershausen erfahren. Regen und Wind machten aber auch Laune den Stadtteil im Sommer zu erleben und zu sehen, ob hier im Sommer wieder ein richtiges Badevergnügen entstehen kann. Wir bedanken uns bei allen TeilnehmernInnen unseres urbanen Spaziergangs und freuen uns auf ein Wiedersehen im Neuen Jahr.

Text: Oliver Hasemann, Fotos: Daniel Schnier

Samstag, 24. November 2007

"Eingekreist und vom Winde verweht" Grüner Kern hinter rauher Schale am 02.12.07 um 14.00Uhr

Eingekreist und vom Winde verweht
Grüner Kern hinter rauher Schale

Die Stadtteile außerhalb der Innenstadt sind für viele Bremer eine Terra Incognita, weitgehend unerforschte und nur vom hörensagen bekannte Orte. Im Fall von Woltmershausen fängt diese Unkenntnis allerdings schon in Sichtweite des Doms an. Hinter Bahnstrecke und Hochstraße eingemauert ist der Stadtteil aus dem Gesichtsfeld verbannt und verfügt nach dem Abriss des Gasometers auch nicht mehr über eine aufragende Landmarke. Noch weiter verstärkt wird die Isolation des Stadtteils durch den Ausbau des Neustädter Hafens und des Güterverkehrszentrums sowie dem Neubau der Autobahn A281.

Eingeschlossen von dieser Schale aus Verkehrswegen, Gewerbegebieten und Weser hat sich Woltmershausen den Kern seiner dörflichen Vergangenheit bewahrt. Es geht ruhig zu, es gibt Gärten und Deiche, die inmitten des Stadtteils liegen und es gibt das Weserufer, das hier noch nicht vollständig verbaut ist. Die Ruhe, die der Stadtteil ausstrahlt, korrespondiert allerdings bei jedem Schritt auch mit einem Gefühl der Abgelegenheit. Große städtebauliche Veränderungen finden auf der anderen Weserseite statt, für Woltmershausen bleibt der Logenplatz mit der besten Sicht.

Das AAA durchbricht mit seinem Urbanen Spaziergang die Isolation des Stadtteils und durchstreift einen Stadtteil zwischen Industrie, Gewerbe und Verkehrswegen.

Datum: Sonntag, 02. Dezember 2007
Startort: Neustädter Bahnhof (Eingangsbereich) in 28199 Bremen
Zeit: 14.00Uhr, Dauer ca. 1-2 Stunden

Titel u. Text: Oliver Hasemann, Foto u. Einladung: Daniel Schnier

Mittwoch, 21. November 2007

Dokumentation "move.it!!" | Oktober 2007

Am 20.Oktober 2007 veranstalteten wir mit BNC, verschiedenen Einzelpersonen und guten Freunden/innen und Kollegen/innen das Projekt move.it!!. Über 2 Stunden zogen wir zu verschiedenen Orten in der Bremer Innenstadt und hinterfragten ihre Bedeutung und ihre Nutzung im städtischen Kontext durch den künstlerischen Einsatz verschiedener Medien. Immer in Bewegung, denn move.it!! ist bewegliche Kunst im öffentlichen Raum.

Für die vielen TeilnehmerInnen an der Aktion und für alle, die nicht Zeit hatten uns zu begleiten, besteht jetzt die Möglichkeit den ganzen Abend auf http://move-it-bremen.blogspot.com/ nachzuerleben.

move.it!! wird weiterlaufen, neue Termine und Orte sind schon in Planung.

Sonntag, 4. November 2007

parCITYpate Künstlerische Interventionen und urbaner Raum

parCITYpate: Ein Symposium zu künstlerischen Interventionen im urbanen Raum. Am 02.|03. November 2007 in Hamburg. Veranstaltet von der Kampnagel Kulturfabrik und der Universität St.Gallen Künstler, Architekten, Theatermacher und Kuratoren diskutieren künstlerische Aneignungen städtischer Räume und daraus resultierende Formen der Partizipation mit Wissenschaftlern soziologischer, philosophischer, kunsttheoretischer und wirtschaftswissenschaftlicher Disziplinen sowie Studierenden und Stadtpolitikern.

AAA in Hamburg! Zu sehen HIER und im Off zu hören Oberbaudirektor von Hamburg Jörn Walter am 02.11.07 um 15:21Uhr.
Aufgezeichnet von rebell.tv

Dienstag, 23. Oktober 2007

Das AAA zu Gast in der Live-Sendung Schwankungen.de | TAGWERK 23.10.2007

Das AAA (Autonomes Architektur Atelier) LIVE am Morgen des 23.10.2007 um 7.23Uhr im Bürgerrundfunk Bremen im Rahmen der Schwankungen.de.
kulturg.u.t. e.V. und das Junge Theater Bremen produzieren in Kooperation mit der Schwankhalle und dem OK Bremen regelmäßig “Schwankungen”.

Mitwirkende
Moderation: Tim Schomacker, Christoph Backes
Gaste: Mika Schell, Thomas Pauls, Autonomes Architektur Atelier


Auf dem Weg zur Idee...

Der Tag beginnt damit, dass man ohne Licht oben auf dem Deich herumfährt. Während man noch darüber nachsinnt, dass man auch hätte herunterfallen können, mischt sich die Stimme im Kopf ein: Hey, Du könntest ganz groß rauskommen, Showtreppe, Vorhang, paillettenbesetzter Smoking... Wer spricht?

Nach einem Dialog mit der Flause, die einem plötzlich erscheint (und die man sich in der Kindheit stets aus dem Kopf hatte schlagen sollen), sprechen andere über ihre Flausen. Thomas Pauls hat sich eine Kennenlern-Wippe ausgedacht. Das Autonome Architektur Atelier Spaziergänge an Orte, um die sonst jede Stadtrundfahrt einen großen Bogen macht. Und die Flause von Mika Schell und einigen seiner Mitstreiterinnen in Zürich ist es – die Flausen selbst auf die Bühne zu lassen.

Kopfstimmenimitator und Ko-Moderator Christoph Backes lotst Flausen durch die unsicheren Gewässer des – nicht immer nur kreativen – Arbeitsalltags. Wie und warum, das erzählt er bei der Auftaktsendung der FLAUSEN-Reihe – von nun an immer am 3. Dienstag im Monat bei den Schwankungen.

Musik:
They Might Be Giants: Fingertips
Fred Frith / Iva Bittova: Morning Song
Serge Gainsbourg: Bonnie & Clyde
Skeleton Crew : Sparrow Song


Zirka 7 Minuten AAA


Einfach reinhören, wir haben es für Euch aufgenommen:
>>>>>>HIER UNSER 7-MINUTEN-GESPRÄCH<<<<<<

Und das ganze Flausen

taz, 22.10.2007

Mit Rammstein gegen das Vergessen
Ein mobiles Kunstprojekt rückt Bremens Touristen-Magneten wie Roselius Böttcherstraße in ein neues Licht

Eine seltsame Prozession war am Samstagabend in der Böttcherstraße zu beobachten: 90 Menschen, die umnebelt von Räucherstäbchen einem Lastenrad folgen, von dessen Ladefläche die aggressive Musik der Deutschrock-Band Rammstein dröhnt. Einige Passanten, die durch die Touristen-Gasse schlenderten, ergriffen sofort die Flucht, andere fragten, ob es sich um eine Fanclub-Aktion handele. Die Auflösung: Die Performance gehörte zu einem Kunst-Projekt und sollte auf den kruden Entstehungskontext der Touristenattraktion aufmerksam machen: "Roselius, der Stifter der Böttcherstraße, war nicht nur kunstbesessen, sondern auch besessen vom völkischen Weltbild, aber das wird bei ihrer Vermarktung gerne unterschlagen," hieß es zuvor in einem Vortrag.

An insgesamt acht Stationen rückten das "Autonome Architektur Atelier" zusammen mit der Medienkunstgruppe "share.bremen" zentrale Bremer Orte in eine Perspektive, die in Reiseführern meist ausgeblendet und in der Regel nur bei alternativen Stadtrundgängen sichtbar wird. Unter dem Titel "move.it!!" startete die vom Kultursenator unterstützte Tour am Wagenfeld Haus - heute bekannt als modernes Designzentrum, ursprünglich ein Gefängnis, bekannt als "Ostertorwache". Der Medienkünstler BNC, Initiator des Projekts, warf Innenansichten aus der Zeit, als hier Gestapo- und später Abschiebehäftlinge weggesperrt wurden, per Diaprojektor an die weiße Außenwand. Das öffentliche Denkmal, das auf die Vergangenheit des Gebäudes hinweist, ist vor einigen Jahren aus dem Blickfeld der Kulturmeilengänger entfernt worden und steht jetzt im vergitterten Nebenhof.

Beim Gerichtsgebäude am Domshof las Sönke Busch die "Kurze Geschichte meiner Mutter". Darin geht es um Zwangssterilisationen im NS-Regime, sowie um die Konsequenzen von Präzedenzfällen, die während dieser Zeit hier verhandelt wurden. Durch Installationen und Vorträge im Martinitunnel und an der Schlachte, wo die Touristen-Web-Cam zeitweilig umgenutzt wurde, beleuchteten danach verschiedene Künstler, wie und von wem die Stadt in Besitz genommen wird. Begleitet von Elektroklängen hallte diese Frage nach, als die dreistündige Tour gegenüber der Weserburg am Sol LeWitt-Kunstwerk endete, das demnächst dem Bauvorhaben eines Bremer Investors weichen soll. D. Ahlemeyer

22.10.2007 taz Nord Bremen Aktuell 79 Zeilen, D. Ahlemeyer S. 24
nur in taz-Teilauflage FOTO: DPA

Montag, 15. Oktober 2007

Nachbetrachtung am Freitag 19.10.2007 im Kurzschluss ab 20.00Uhr

SPROUTBAU - Ein Monat im Beton
Eine Nachbetrachtung in Wort, Bild und Musik

Am Freitag, den 19.Oktober gibt es eine Nachbereitung des SPROUTBAU im Café Kurzschluss in der Lahnstraße 16 | Ecke Langemarckstraße. Hier werden wir nicht nur viele Eindrücke aus der Zeit während des SPROUTBAUS zeigen, sondern auch auf den Vorlauf und die Idee hinter dem Projekt eingehen, als auch ein Resumée ziehen.

Die Veranstaltung wird ab ca. 20.00Uhr beginnen, im Anschluss werden dann ab ca. 23.00Uhr StraightAssBroken auflegen, d.h. nach dem Vortrag gibt es die Möglichkeit die müden Glieder gleich in Bewegung zu bringen.

Bis zum Samstagabend solltet Ihr Euch allerdings wieder erholt haben, denn um 19.00Uhr steigt move.it!!



AAA
StraightAssBroken
Kurzschluss Bremen
Gestaltung des Flyers: Michael Ziehl

Mittwoch, 26. September 2007

move.it!!


move.it!! steht für bewegliche Kunst im öffentlichen Raum. An einem Abend im Oktober zieht move.it!! nach Anbruch der Dunkelheit an verschiedene Plätze der Stadt. Alle diese Orte prägen das Leben in der Stadt. Mit Projektionen, Geschichten, Licht- oder Toninstallationen etc. interpretiert und verändert move.it!! die ursprünglichen Funktionen und Bedeutungen dieser Koordinaten städtischen Lebens temporär.

move.it!! macht deutlich, dass die Stadtgestalt immer ein Produkt gesellschaftlicher Verfasstheit ist. Die Stadtentwicklung unterliegt den Präferenzen einflussreicher Gruppen und manifestiert sich in Form gesellschaftlicher Ein- und Ausschlussverfahren im Raum.
Die Stadtplanung orientiert sich als Erfüllungsgehilfe immer mehr an den Bedürfnissen der Wirtschaft, die den Raum über seine Wertschöpfungspotentiale definiert und gestaltet.

move.it!! hinterfragt die Rolle der Architektur beim Social Engineering, der gezielten Produktion von Lebensstilen und Identitäten.
move.it!! thematisiert Imagekampagnen und Inszenierungen öffentlicher Räume, durch die der Stadtraum zwecks Generierung weicher Standortfaktoren zu einem monofunktionalen Postkartenpanorama für potente Konsumenten verkommt.

move.it!! will nicht nur Aufklärung, Belehrung oder ein leicht genießbares buntes Event sein. move.it!! lebt auch von den Beiträgen seiner TeilnehmerInnen, indem es Informationen in Aktionen übersetzt und Vorschläge macht, wie die Stadt auch aussehen könnte: Beispiele für von uns kritisierte Stadtarchitektur werden mittels verschiedener Medien inszeniert. Diese Inszenierungen greifen den jeweiligen (Zu-)Stand öffentlicher oder öffentlich zugänglicher Orte auf, verändern, verschönern oder persiflieren ihn auf Zeit. Die Bandbreite der eingesetzten Medien erstreckt sich von visuellen Effekten, der Ausnutzung vorhandener Lichtinstallationen und dem Einsatz neuerer Telekommunikationsmittel über Musik und Hörspiele bis hin zu den „natürlichen“ Klängen des Raums.

Dieses Projekt wird unterstützt durch den Bremer Senator für Kultur.

Ein Projekt von BNC in Zusammenarbeit mit dem AAA - Autonomes Architektur Atelier in Bremen und verschiedenen Einzelpersonen
Flyer: Daniel Schnier und BNC

Dienstag, 28. August 2007

BETONALE im SPROUTBAU 31. August bis 02. September 2007

Sproutbau - Das Wohnexperiment in Bremen.

Für einen Monat lang haben 79 internationale KünstlerInnen in einem der Abrisshäuser Tenevers gelebt und an der Gestaltung individueller Wohn- und Lebensutopien gearbeitet. Auf der abschließenden Betonale präsentieren sie ihre Ergebnisse des Sommers im Beton in einem dreitägigen Festival.

Kunst, Konzepte, Kommunity.

31. August bis 02. September 2007

Don`t you want to sprout?

Mehr Infos zum Projekt und zum Shuttlebus 25E, der Dich direkt zur BETONALE bringt, findest Du unter www.betonale.de

info@sproutbau.de

Come as you are,
pay what you like.

Eine Team N. Produktion 2007

Mehr Infos zum Programm in Kürze.
Flyer: Katrin Murbach und Yannick Radeke

Montag, 20. August 2007

AAA wie Arbeiten und Wohnen in Tenever

Das AAA arbeitet und wohnt seit dem 20. Juli 2007 in der Neuwieder Straße 46-52, 28325 Bremen, als Teil des Organisations-TEAM N. im SPROUTBAU. Unser neues Zuhause und erstes temporär gemeinsam genutztes Atelier bleibt bis zum 03.09.2007 bestehen, dann wird es in naher Zukunft abgerissen. Wir fühlen uns hier sehr wohl!
Foto: Daniel Schnier

Dienstag, 31. Juli 2007

WESER KURIER, 26.07.2007

Bunker in Flammen

Rundgang „Braune Soße links der Weser“ ging Überresten des Faschismus in der Neustadt nach

NEUSTADT. Wer im Stadtgebiet Spuren von Krieg und Faschismus finden will, muß ganz genau hinschauen. Die Hochbunker, ja klar, die kann man von weitem sehen, doch dich meisten Spuren finden sich im Verborgenen und werden oft einfach übersehen. Ein antifaschistischer Stadtrundgang unter dem Motto „Braune Soße links der Weser“ ging diesen Spuren kürzlich nach und brachte Unerwartetes zu Tage.

Treffpunkt war der Luftschutzbunker in der Hardenbergstraße, einer der vier Hochbunker im Stadtgebiet, die von Zwangsarbeitern des NS-Regimes gebaut wurden. 950 Menschen bot er Zuflucht, Ariern und Parteibonzen natürlich. Wer in der rassistischen Ideologie des Regimes unten stand, durfte bei einem Bombenangriff auch nicht auf Schutz im Bunker hoffen.
Heute ist eine Seite des Bunkers grün gestrichen und mit Kornähren verziert – Kunst am Bau, um die Wucht des städtebaulichen Monsters ein wenig zu mindern. „Während des Krieges waren die Wände mit Flammen und brennenden Häusern bemalt“, so Raumplaner Oliver Hasemann vom Autonomen Architektur Atelier (AAA), das den Rundgang in Zusammenarbeit mit der Initiative Kurzschluss erarbeitet hatte.

Eine Kontinuität voller Brüche also, die sich durch die Geschichte der Orte ziehen sollte, die auf dem Rundgang entdeckt wurden. So auch beim ehemaligen „Roten Haus“ gleich um die Ecke, in der die KPD ihren Sitz hatte und in dessen Keller eine Zeitung für Arbeiter gedruckt wurde. Einen Tag nach dem Reichstagsbrand 1933 wurde das Gebäude von der SA gestürmt.
Aus dem „Roten Haus“ wurde das „Gossel-Haus“, und von nun an nutzen die Nazi-Schergen den Keller für „Sondermaßnahmen“, im Klartext Folter. Heute ist das geschichtsträchtige Gebäude ein von außen recht unscheinbares Wohnhaus, doch erinnern sich die neuen Bewohner noch an die große Plakette mit einem Hakenkreuz, die beim Umbau zu Tage kam.

Beeindruckend sind die Schilderungen der Referentinnen von Kurzschluss über den Widerstand in Bremen, der erstaunlich mutig und kreativ wirkt. So wurden etwa Pakete mit linken Publikationen wasserdicht verpackt in die Weser geworfen, an anderer Stelle aufgefischt und dann verteilt. Gerne von Frauen mit Kinderwagen, denn was könnte unverfänglicher wirken? Beliebter Treffpunkt für konspirative Gruppen waren die Parzellengebiete: Getarnt zwischen Schnittlauch und Sonnenblumen formierte sich politischer Widerstand.

Am Leibnizplatz erinnert eine Tafel an die Geschichte des Ortes als Sammelstelle für Deportationen, zuerst der sogenannten „Asozialen“ – Obdachlose, Alkoholiker oder Prostituierte – später dann die Juden. Die letzten großen Transporte gingen ins KZ Theresienstadt, mit besonders vielen Kindern. Eine Information, die trotz sommerlicher Hitze für eine Gänsehaut sorgt, fällt doch der Blick von der Tafel direkt auf den Spielplatz.

Weiter geht der Weg zur Grundschule in der Kantstraße. Dort wurden, wie in vielen Schulen auch, Zwangsarbeiter untergebracht. Ganze Dörfer aus Osteuropa wurden zur Arbeit gezwungen, eine perfide Rassenhierarchie innerhalb der Zwangsarbeiterschaft aus Ost- und Westeuropa sollte eine Solidarisierung und damit möglichen Widerstand verhindern. Viele der Lager wurden übrigens nach dem Krieg als Übergangsheime für Auswanderer und Gastarbeiter weitergenutzt, Gruppen, die in der Hierarchie der neuen Republik ebenfalls ganz unten standen.

Und was früher eine bauliche Umsetzung der verschärften „Asozialenpolitik“ war, ist heute ein ruhiges Wohngebiet am Rand der Stadt. Das Areal am Wartumer Platz war als „Wohnfürsorgeanlage“ geplant, wo heute Bäume stehen, war eine freie Fläche, die von allen Seiten einsehbar war. Am Kopf der Anlage stand ein Kontrollhäuschen, wo man sich an- und abmelden musste. Eine hohe Mauer schützte vor unerwünschten Blicken, das Tor wurde nach 22 Uhr abgeschlossen. Dort sollten vermeintliche asoziale Personen auf den „rechten“ Weg gebracht, um die Betreuung der Kinder kümmerten sich ganz linientreu Hitlerjungen und BDM-Mitglieder. „Die Häuser sind nur aus Stein gebaut, den Asozialen war schließlich zuzutrauen, das Holz zum heizen zu verwenden“, so Alexander Kutsch vom AAA kritisch.

Vor der Hochschule in der Langemarck-Straße gab es einen kurzen Abriss über die Geschichte des umgestürzten Denkmals und die Diskussionen über die Umbenennung von Straßennamen und der damit eingehenden Kontiunität im Geschichtsverständnis. Oder eben auch dem Bruch der Kontiunität.

Weitere Informationen über das AAA gibt es im Internet unter www.aaa-bremen.blogspot.com

© www.weser-kurier.de | von der WESER-KURIER Mitarbeiterin Catharina Oppitz, FOTO: Walter Gerbracht

Dienstag, 17. Juli 2007

"Braune Soße links der Weser " Faschismus, Krieg, Deportation, Kontrolle Dokumentation und Resumeé vom 15.07.2007



















Resumée "Braune Soße links der Weser"

Im Schatten des Hochbunkers in der Hardenbergstraße fanden wir uns mit zirka 90 Teilnehmerinnen und Teilnehmern zu unserem antifaschistischen Spaziergang „Braune Soße links der Weser“ ein. Der von Zwangsarbeitern errichtete Schutzbau zeigte uns, dass Faschismus und Krieg auch heute noch im Stadtbild präsent und kein lästiges Pflichtfach im Schulunterricht sind. Der neue Umgang mit den Bunkeranlagen, ihre friedliche Nutzung als Lager- und Proberaum oder ihr Umbau zu Wohngebäuden, kann nicht über den ursprünglichen Schrecken hinwegtäuschen, der mit ihrer Errichtung verbunden ist.

Auf unserem Weg durch die Neustadt sind die aufragenden Bunker aber nur eine, wenn auch die auffälligste, Stätte, die sich direkt mit der Zeit der Nazi-Diktatur und des Krieges verbinden lässt. Andere Spuren der Vergangenheit verbergen sich weniger offensichtlich hinter Gebäudefassaden. Das ehemalige „Rote Haus“, lokales Zentrum der KPD mit eigener Druckerei und ein Zentrum des antifaschistischen Widerstands in der Neustadt, steht auch heute noch im Buntentorsteinweg. Nach der Machtübernahme wurde es von den Nazis gestürmt, die Druckerei zerschlagen und das Gebäude zu einem Sitz der SA in dessen Kellerräumen Gegner des Regimes gefoltert wurden.

Gerade die Kontinuität der Nutzung von Gebäuden, ähnlich der Weiterbeschäftigung von ehemaligen Nazis in Verwaltung, Justiz oder der Wirtschaft, wurde während des Spaziergangs erschreckend offensichtlich. So wurden die gleichen Barracken, in denen die Zwangsarbeiter untergebracht waren, nach dem Krieg zur Unterbringung von Gastarbeitern genutzt. Dass diese Zwangsarbeiterlager, wie im Fall der Schule in der Kantstraße, inmitten der Wohngebiete eingerichtet waren, zeigte uns auch, wie präsent die Situation der Zwangsarbeiter oder die Deportation der eigenen Nachbarn, die nachts aus ihren Wohnungen auf den heutigen Leibnizplatz getrieben wurden, im Stadtteil gewesen sein muss.

Gedenksteine, -tafeln oder Denkmäler, die an die Verbrechen der Vergangenheit erinnern, sind natürlich auch im Stadtraum aufgestellt, einige offensichtlich, wie am Leibnizplatz, andere eher versteckt. Eine subtile Erinnerung an die Verbrechen in unserer Nachbarschaft sind die Stolpersteine von Gunter Demnig, die eingelassen in den Bürgersteig auf Menschen aus unserer Mitte verweisen, die in der Nazizeit verschleppt und umgebracht wurden. Weniger subtil, denn ewiggestrig sind jene Zeitgenossen, die auch heute noch an der Langemarckstraße Kränze niederlegen, um dem in ihren Augen „ehrenvollen Opfergang der deutschen Jugend“ im ersten Weltkrieg zu gedenken, der mit dem Namen Langemarck verbunden ist. Das dieser Straßenname, der auf einen kriegstreiberischen, nationalistischen Kult zurückgeht, noch immer präsent ist, ist natürlich mehr als fragwürdig.

Die Mobilisierung der Studenten („Aus der Hochschule an die Front“) ist nur ein Aspekt der nationalistischen Ideologie, die in alle Aspekte des gesellschaftlichen Lebens und insbesondere der Familie eindrang. Ein eindrucksvolles Beispiel dafür ist die Anlage einer „Besserungsanstalt“ durch die Nazis in Hashude 1936. In diese vollständig überwachte und kontrollierte Siedlung wurden Familien, einzelne Personen und Kinder verbracht, die nach der Familienideologie des Dritten Reichs „asozial“ waren und denen unter „Anleitung“ die „deutschen“ Familienwerte nahegelegt werden sollten. Diese zwischen Industrieanlagen und Bahnschienen versteckt gelegene und aus der Stadt separierte Siedlung, die auch wir erst nach Suche und langem Fußmarsch fanden, blieb selbst nach dem Krieg im Bremer Sprachgebrauch verankert.

Wir möchten uns bei allen Teilnehmerinnen und Teilnehmern bedanken, die mit uns zu diesem „schweren“ Thema unterwegs waren, viele Fragen gestellt und auch viel Wissen mit uns geteilt haben. Das Thema Faschismus, Krieg, Deportation und Überwachung beschränkt sich natürlich nicht auf die Neustadt, sondern kann auch in jedem anderen Stadtteil, in jeder Nachbarschaft „entdeckt“ werden. Wir würden uns natürlich freuen, Euch auch bei unseren nächsten Projekten und urbanen Spaziergängen zu begrüßen.

Text: Oliver Hasemann, Fotos: Meike Schlingmann(3), Daniel Schnier(2)

Dienstag, 3. Juli 2007

"Braune Soße links der Weser " Faschismus, Krieg, Deportation, Kontrolle am 15.07.2007 um 15.00Uhr

Braune Soße links der Weser
Faschismus, Krieg, Deportation, Kontrolle

Die Spuren von Faschismus und Krieg sind in der Neustadt nur noch auf den zweiten Blick zu sehen. Die direkten Kriegsschäden sind längst beseitigt und die augenfälligen Symbole des Naziregimes schon lange ausgetilgt. Vereinzelt ragen Luftschutzbunker aus der urbanen Szenerie hervor, und bezeugen mit ihrer stadtbildsprengenden Wucht den Irrsinn der Kriegsjahre. Die meisten Spuren sind jedoch weniger offensichtlich und werden übersehen oder sogar bewusst ausgeblendet und bieten neuen rechten Gruppen mitunter die Möglichkeit an die Vergangenheit anzuknüpfen.

Diese urbanen Chiffren zu entschlüsseln und den Alltag der Jahre von 1933 bis 1945 erfahrbar zu machen ist das Anliegen des antifaschistischen Spaziergangs durch die Neustadt, den das Autonome Architektur Atelier gemeinsam mit der Gruppe POLKA organisiert.

Aus der Perspektive der Gegenwart schauen wir auf das Vergangene und wollen den Blick auf das Zukünftige schärfen.

Datum: Sonntag, 15. Juli 2007
Startort: Vor dem Hochbunker in der Hardenbergstraße in 28201 Bremen
Zeit: 15.00Uhr, Dauer ca. 1-2 Stunden


AAA - Autonomes Architektur Atelier in Zusammenarbeit mit der Gruppe POLKA des Kurzschluss Bremen | Lahnstrasse 16 | Neustadt

Titel: Alexander Kutsch, Text: Oliver Hasemann, Flyer: Daniel Schnier