Donnerstag, 14. November 2013

Delmenhorster Kurier, 12.11.2013 "Stadt-Spaziergängern die Augen geöffnet" © Wolfgang Bednarz, NWZ, Oldenburg


DELMENHORST Oliver Hasemann und Daniel Schnier sehen aus wie ganz normale Männer in der zweiten Hälfte ihres vierten Lebensjahrzehnts. Hasemann, glattrasiert, Brille und lichtes Haar, könnte Bank- oder Versicherungskaufmann sein. Schnier traut man mit seinem Vollbart und Mütze einen handwerklichen Beruf zu. Doch es ist alles ganz anders.
„Wir sind Künstler“, sagen sie. Seit sieben Jahren bilden der Architekt und der Stadtplaner in Bremen das „Autonome Architektur Atelier“. Zu ihren Spezialitäten gehören „Urbane Spaziergänge“. Einen solchen haben sie anlässlich der Finissage der Galerie-Ausstellung „Ina Weber. HIER“ am Sonntagnachmittag in Delmenhorst veranstaltet. An der etwas anderen Stadtführung nahmen 15 interessierte Delmenhorster und einige Auswärtige teil. Ina Webers Werk war der Leitfaden, an dem sich die zwei Stadtspaziergänger orientieren wollten. „Wir werden also nicht die klassischen Orte aufsuchen, sondern hinter die Fassaden schauen“, sagt Hasemann zur Einstimmung. Gesagt, getan.
Erster Stopp ist ein Innenhof der Berufsgenossenschaft. „Hier sehen wir eine Art japanischen Steingarten“, sagt Hasemann. Schnier weist auf die an ägyptische Architektur erinnernde terrassenartig gestaltete Fassade hin. Und auf den „Geysir-artigen Brunnen“. Die Spaziergänger amüsiert’s. Doch das ist noch nicht alles. Im Dialog werfen sich „Herr Schnier“ und „Herr Hasemann“ die Bälle zu. „Das ist der einzige Platz in Delmenhorst mit zwei Sonnen“, hören die Spaziergänger. In der Tat spiegelt sich die Sonne in einer Glasfassade wider und strahlt so von zwei Seiten.
Neben dem Lichtkontor an der Bremer Straße ist eine Brache. Die Gruppe rätselt, was hier einmal gestanden haben mag. Jetzt biegen die Spaziergänger in die Nelkenstraße ein, halten bei der Neuapostolischen Kirche. Im Schaukasten neben dem Eingang hängt ein Plakat mit der Aufforderung „Gehen Sie weiter!“. Doch man bleibt noch stehen, fragt sich, ob das streng wirkende Gebäude schon immer eine Kirche war.
Am Ende der Straße steht ein leerstehendes Fabrikgebäude, eine alte Strickerei. Was macht man mit einem solche Gebäude? Hasemann und Schnier machen darauf aufmerksam, dass solche Objekte in Bremen niemals lange leerstehen würden.
In der Grünen Straße stehen viele eigenartige Häuser. Zum Beispiel das zur Straße hin aufgeständerte Gebäude, in dem früher mal ein berufliches Förderzentrum und davor ein Bodenbelagsbetrieb untergebracht waren. Warum nur gibt es in Delmenhorst so viele ungenutzte Immobilien? Die Gruppe biegt ein in die Cramerstraße, staunt über das Gebäude mit der Amtsgerichts-Nebenstelle und dem „Hardball Café“. Gegenüber dem ehemaligen Lichtspielhaus stoppt man vor einem alten, denkmalgeschützten Haus. „Hier traut sich wohl keiner ran“, wird vermutet.
Letzter Halt ist die Bebel­straße. Freie Sicht auf den rückwärtigen Hertie-Komplex. „Vier Millionen wollen sie dafür haben“, erzählt eine Spaziergängerin.
Zurück im Haus Coburg lässt die Gruppe das Gesehene bei Kaffee und Kuchen noch einmal Revue passieren. So haben sie Delmenhorst noch nie gesehen, sind sich alle einig.
  www.aaa-bremen.de  

(c) 2013, Wolfgang Bednarz, Delmenhorster Kurier, Nordwest-Zeitung Verlagsgesellschaft mbH Co. KG, Amtsgericht Oldenburg Nr. HRA 3586
http://www.nwzonline.de/delmenhorst/stadt-spaziergaengern-die-augen-geoeffnet_a_9,4,2100621683.html

Freitag, 8. November 2013

Urbaner Spaziergang "Die Stadt hinter meiner Stadt" durch Delmenhorst am Sonntag, den 10.11.2013 um 14Uhr


Das AAA - Autonome Architektur Atelier lädt zu einem Urbanen Spaziergang durch das Delmenhorster Stadtgebiet ein. Dieser führt entlang alltäglicher und ungewöhnlicher Wege und verbindet Fachwissen mit Alltagserfahrungen. Aus der Perspektive des Spaziergängers liefert der Spaziergang neue Blicke und unterschiedliche Sichtweisen auf den bekannten Stadtraum.

Das AAA - Autonome Architektur Atelier lädt zu einem Urbanen Spaziergang durch das Delmenhorster Stadtgebiet ein. Dieser führt entlang alltäglicher und ungewöhnlicher Wege und liefert neue Perspektiven auf den bekannten Stadtraum. Der Fokus dieses Spaziergangs liegt dabei sowohl auf einem Wechsel der räumlichen als auch einem der inhaltlichen Perspektive. Als Planer_in, Bewohner_in oder Besucher_in haben wir eine unterschiedliche Wahrnehmung, auch Geschmack endet nicht an Hausfassaden, so dass es kein dauerhaftes Urteil zu unseren Städten geben kann.

Datum: Sonntag, den 10. November 2013 um 14:00Uhr 
Treffpunkt: Städtische Galerie Delmenhorst - Haus Coburg - Sammlung Stuckenberg, Fischstraße 30 | Friedrich-Ebert-Allee, 27749 Delmenhorst

In Kooperation mit Copartikel und der Städtischen Galerie Delmenhorst Haus Coburg.

Mittwoch, 30. Oktober 2013

Resumée und Dokumentation "(Öko)Dorf2 - Grüner wirds nicht!"






Zu unserem dritten und letzten Urbanen ÖkoStadtSpaziergang im Jahre 2013 konnten wir am Sonntag, den 20.10.2013 bei bestem Herbstwetter zirka 40 BesucherInnen in Lilienthal-Moorhausen begrüßen. Erstmals jenseits der Bremer Landesgrenzen spürten wir hier dem Wohnen im Grünen nach. Einen Vorgeschmack hierauf hatte uns die Fahrt mit Straßenbahn und Bus über Borgfeld nach Lilienthal gegeben, die schon kurzzeitig durch das grüne Umland Bremens führte.
Was uns an unserem Treffpunkt direkt ins Auge stach, war allerdings, dass die vormals ländlich geprägte Gemeinde Lilienthal dies nur noch in Rudimenten ist. Entlang der Hauptstraßen breitet sich inzwischen ein suburbanisierter Vorort aus. Die Verlängerung der Straßenbahnlinie 4 bis nach Lilienthal-Falkenberg leistet dieser Entwicklung noch Vorschub, links und rechts der Trasse entstehen immer weitere Einfamilienhäuser und sogenannte Stadtvillen. Die noch vorhandenen Hofstellen verschwinden zunehmend hinter diesen und gehen im Meer der zeitgenössischen Neubauten verloren. Verbunden ist diese Entwicklung mit einer steigenden Rate der Pendlerinnen und Pendler, so pendeln momentan 53% der berufstätigen Lilienthalerinnen und Lilienthaler nach Bremen ein. Vielfach noch mit dem Automobil, aber auch schon mit dem ÖPNV oder über der Jan-Reiners Fahrradweg. Dieser läuft entlang der Trasse der alten Moorbahn zwischen Bremen und Tarmstedt, die quasi einen Vorläufer der Straßenbahnverbindung darstellt.
Wie auf dem Urbanen Spaziergang durch Horn-Lehe kreuzten wir auf unserem Weg in Richtung des Ökodorfs diese Trasse erneut. Unser Weg führte dabei über die alten Dorfstraßen, an denen hochgewachsene Eichen und gelegentliche Bauernhöfe auf den alten Charakter des Dorfes hinwiesen. Die dazwischen gelegenen Reihen- und Einfamilienhäuser hingegen zeigten die Phase des ersten größeren Bevölkerungswachstums Lilienthals in den Nachkriegsjahren an. Die Schaffung von Wohnräumen für Kriegsflüchtlinge und später die steigende Mobilität in den 60er und 70er Jahren führten zu einem starken Anstieg der Einwohnerzahlen Lilienthals. Mit der Gemeindereform von 1974 stieg über die Eingemeindung der benachbarten die Bevölkerung schließlich auf über 17.000 Einwohner. Relativ neue BewohnerInnen haben sich seit Mitte der 90er Jahre in Lilienthal ein Zuhause geschaffen.
Am Ende der Straße Ossenhöfe wurden wir von Peter Faulde und Brigitte Olk-Koopmann aus der Ökosiedlung Lilienthal in Empfang genommen. Als langjährige BewohnerInnen der Siedlung und Peter Faulde als einer der Initiatoren, konnten sie uns einen breiten Eindruck von der Entstehungsgeschichte, von der technischen Umsetzung und vom Zusammenleben im Ökodorf geben. Die Geschichte begann dabei in den frühen 90er Jahren mit einer Gruppe von Interessierten, die ökologisch gemeinsam wohnen wollten und sich in Bremen und umzu auf die Suche nach einem geeigneten Areal für den Bau einer Ökosiedlung machten. Diese gestaltete sich im Bremer Stadtgebiet nicht direkt erfolgreich, ein Areal in Huchting wurde verworfen. Es wurde aber auch im niedersächsischen Umland gesucht und Lilienthal schließlich als geeigneter Standort gefunden. Hier gab es sowohl eine gute Infrastruktur vor Ort, eine gute Anbindung nach Bremen und akzeptable Grundstückspreise. Und vor allem zeigte sich der Rat der Gemeinde dem Konzept der Ökosiedlung gegenüber sehr aufgeschlossen und kam den Gestaltungswünschen der „Siedler“ entgegen mit einem Grundstück, das vom Ökodorf über mehrere Jahre entwickelt werden konnte. Rund um das Kerngehäuse der Gründermütter und -väter des Dorfes, mit geteiltem Innenhof und Gemeinschaftswohnung wuchs das Ökodorf in den vergangenen Jahren auf 100 BewohnerInnen. Gemeinsam bewirtschaften sie ihr eigenes Grabeland hinter dem Dorf oder treffen sich zu gemeinsamen Aktivitäten wie einer Philosophiegruppe, die auch für Nachbarinnen aus Lilienthal offenstehen. Ganz günstig ist das Wohnen im Ökodorf nicht, die Wohnungen und Häuser sind allerdings hoch beliebt und gehen schnell unter der Hand weg.

Am Ende dieses Spaziergangs bleibt als Resumée für das Wohnen im Grünen hängen, dass im Grünen wohnen nicht gleich „grünem“ Wohnen ist. Grün bildet einen attraktiven Standortfaktor und steht für den Kontrast zum Grau der Stadt. Der Zugang zu Grün kann sehr exklusiv sein, insbesondere wenn er gleichzeitig mit dem Zugang zu urbanen Angeboten verbunden ist. Weniger betuchten bleiben dann „nur“ die öffentlichen Grünflächen. Im Sinne einer nachhaltigen Stadtentwicklung, die zur Verkürzung von Infrastrukturen auf eine Nachverdichtung der Stadt setzt, bleibt entgegenzusetzen, dass dieser Zugang zu Grünflächen erhalten werden muss. Alternative Wohnformen mit der Familie auf der Grünen Wiese sind finanziell für den Moment attraktiv, allerdings stellt der laufende Demografische Wandel auch die Nachhaltigkeit des Hauses im Grünen in Frage.
Wir danken allen TeilnehmerInnen, die uns über die Urbanen Spaziergänge und Zeit begleitet und die Diskussionen bereichert haben. Großer Dank gilt von unserer Stelle Herrn Peter Brodersen und Herrn Heiko Franke von ÖkoStadt Bremen e.V., ebenso Peter Faulde und Brigitte Olk-Koopmann aus dem Ökodorf, sowie dem Senator für Umwelt, Bau und Verkehr. Wir hoffen auf eine Fortsetzung der Urbanen ÖkoStadtSpaziergänge im Jahre 2014.

Nächster Urbaner Spaziergang des AAA am Sonntag, den 10.11.2013 um 14.00Uhr an der Städtischen Galerie Delmenhorst Haus Coburg, Fischerstr. 30, 27749 Delmenhorst in Kooperation mit Copartikel.

Montag, 7. Oktober 2013

Urbaner Spaziergang "(Öko)dorf2 - Grüner wirds nicht!" am Sonntag, den 20.10.2013 um 14:00Uhr



Hinter Borgfeld verläuft die Bremer Stadtgrenze. Der Blick fällt in eine grüne Weite aus Feldern und Wiesen. Alles Städtische kann hier abgelegt werden. Die Straße führt über die Wümmebrücke in das alte Dorf Lilienthal. Die Giebel der alten Bauernhöfe sind noch aus dem umgebenden Meer der neuen Einfamilienhäuser auszumachen, hohe Bäume zeigen die historischen Straßen und Feldgrenzen in Lilienthal auf. In der alten Hauptstraße glänzen allerdings seit Neuestem Straßenbahnschienen und entlang der Nebenstraßen entstehen zeitgenössische weiß verklinkerte Stadtvillen. Unser dritter Urbaner ÖkoStadtspaziergang führt uns auf der Suche nach dem Wohnen im Grünen aus Bremen hinaus. Mitten im Ort findet sich hier seit über 15 Jahren ein Ökodorf, die „ökologische Siedlung Lilienthal“. Auf den ersten Blick ein Anachronismus, wird doch das Dorfleben mit einer Nähe zur Natur gleichgesetzt. Auf den zweiten Blick entdecken wir, dass Wohnen im Grünen und „grünes“ Wohnen zwei sehr unterschiedliche Dinge sind.

Der Urbane Spaziergang ist kostenlos. Wir freuen uns auf ein Wiedersehen! AAA

Treffpunkt: Bushaltestelle Moorhausen, Lilienthal, Buslinie 30 ab Borgfeld, 14:00Uhr, Sonntag, den 20.10.2013

Mit freundlicher Unterstützung des Senator für Umwelt, Bau, Verkehr in enger Kooperation mit ÖkoStadt-Bremen e.V.
AAA Autonomes Architektur Atelier in Bremen
Titel: Daniel Schnier und Oliver Hasemann, Text: Oliver Hasemann, Gestaltung und Fotografien: Daniel Schnier

Dienstag, 24. September 2013

Resümee und Dokumentation Urbaner Ökostadtspaziergang „Horner Spitzen – Stadtsalat à la Müllerin“ am 22.09.2013 durch Horn-Lehe

Direkt am Glaswürfel der Bremer Universität starteten wir mit 30 TeilnehmerInnen den zweiten Urbane ÖkoStadtspaziergang in der Reihe „Wohnen im Grünen“ die das AAA in Kooperation mit ÖkoStadt Bremen e.V. durchführt. Der Beginn des Spaziergangs auf dem Areal der Universität Bremen führte in die Gründerzeit der Universität, die vor 41 Jahren auf grünen Weiden vor den Toren der Stadt gebaut wurde. Erkennbar wurde für uns, dass nach 40 Jahren der Putz langsam bröckelt und nicht nur das Uni Bad sanierungsbedürftig ist. Es wurde aber auch erkennbar, dass die Universität Bremen mittlerweile in den Stadtkörper hinein gewachsen ist. Mit der Anbindung an die Straßenbahn und mit dem Wachstum der Universität Bremen selbst mit ihren Instituten und Forschungseinrichtungen und dem benachbarten Technologiepark, liegt sie mittlerweile in der Stadt.
An die Gründerzeit der Universität Bremen erinnern auch heute noch letzte Restflächen mit wildem Bewuchs, die (noch) nicht Teil der Universität Bremen oder des Technologieparks geworden sind. An der Grenze zwischen Wohnbebauung und dem Gewerbegelände um die Universität Bremen bilden sie eine kleine „Wildnis“, die lange von Trampelpfaden der StudentInnen durchzogen wurden, für die es 30 Jahre lang keinen Radweg zwischen dem benachbarten Lehe und der Universität Bremen gab. Entlang dieses neuen Weges finden sich mittlerweile auch reguläre Wohnanlagen, die hier in ruhiger Lage im Grünen an der Uni liegen.




Die Wohnanlagen reihen sich hier in Klinkeroptik entlang der Vorstraße. Dominiert wird dieser Teil von Horn-Lehe allerdings durch die alten und neuen Studentenwohnheime, deren Lage hier die TeilnehmerInnen zu der Frage nötigte, wo und wie sich diese hier versorgen und wo die nächste Kneipe sei. In direkter Nachbarschaft liegt allerdings das Horner Bad und der Jan-Reiners Fahrradweg auf dem alten Schienenbett der Moorbahn. Auf welchem an diesem Sonntag reger Verkehr in Richtung Lilienthal herrschte. Teilnehmende HornerInnen konnten hier darauf hinweisen, dass die Gärten in Horn-Lehe auf Grundwasserniveau liegen und der Wohnungsbau hier entsprechend vorsorgen muss, da stärkere Regenfälle zu Überflutungen führen.
Der Weg führte weiter durch den Nachkriegskern von Horn-Lehe. Dieser bekam nach dem Krieg einen großen Schub an EinwohnerInnen, die nach dem Krieg hier eine neue Heimat in ruhiger Lage fanden. Mit großzügigen Gärten entsprechen sie einem Ideal des Wohnens im Grünen, denn hier treffen Ruhe, Grünflächen und eine überschaubare Nachbarschaft zusammen. Im Zuge der Nachverdichtung bestehender Wohnquartiere werden auch in Horn-Lehe neue Wohnungen geschaffen. Ein Beispiel hierfür ist das Gelände einer alten Gärtnerei an der Kuhweinstraße.
Ein ganz aktuelles Beispiel bildete das Ende unseres Spaziergangs. Aus dem Fortbildungszentrum der ehemaligen Deutschen Bundes-Post wird auf einem Grundstück zwischen Autobahn und Leher Heerstraße das Mühlenviertel (auch Muehlen4tel.com). In dem Namen kommt sehr plastisch eine Interpretation des Wohnens im Grünen zum Ausdruck. Idyllisch, malerisch suggeriert die Verwendung der Mühle als Namensgeber eine intakte, überschaubare dörfliche Struktur, in der ein Leben jenseits der hektischen Stadt möglich wäre. Tatsächlich ist hier jedoch – trotz bereits getätigter Schallschutzmaßnahmen – vor allem das meeresähnliche Rauschen der Autos auf der Bundesautobahn 27 zu hören.

Der kommende, dritte Urbane Ökostadtspaziergang 2013 führt uns am Sonntag, den 20. Oktober 2013 von Horn-Lehe aus weiter bis über die Stadtgrenze hinaus nach Lilienthal. Um 14Uhr starten wir dort an der Haltestelle Moorhausen, Buslinie 30 ab Borgfeld.
Fotografien von Christina Brüner (c) 2013 und Text von Pauline Kruse (c) 2013.

Freitag, 6. September 2013

Urbaner Spaziergang "Horner Spitzen - Grüner Stadtsalat a`la Müllerin" am Sonntag, den 22.09.2013 um 14Uhr

Draußen vor der Stadt geht der Blick von der Universität ins Grüne. Fern des Innenstadttrubels erstreckt sich hier Horn-Lehe entlang der Autobahn. Hinter den Wipfeln grüner Bäume wachsen die kleinen Giebel von Einfamilienhäusern, aus den Gräben und Kanälen quaken die Kröten Schlaflieder. In seinem Zentrum weicht der raue Beton kruder Nachkriegsmoderne dem feinen Klinker eines vorbildlich integrierten Wohnquartiers. Zwischen Tankstelle und ehemaliger Mühle entsteht hier das neue Mühlenviertel.

Auf unserem zweiten Urbanen ÖkostadtSpaziergang zum Thema Wohnen im Grünen erkunden wir mit Horn einen Teil von Bremen, der in die sprichwörtliche Grüne Wiese hineingewachsen ist.  Der Bau von Häusern vor den Toren der Stadt auf ehemaligen Äckern und Viehweiden verbindet auf den ersten Blick die Sicherheit und Romantik des Dorflebens mit der Nähe zur Stadt. Auf den zweiten Blick zeigt sich, dass diese Entwicklung weiterläuft und das ehemalige Wohnen im Grünen nun zum grünen Wohnen in der Vorstadt geworden ist.

Der Urbane Spaziergang ist kostenlos. Wir freuen uns auf ein Wiedersehen! AAA

Datum: Sonntag, den 22.09.2013
Zeit: 14.00Uhr
Treffpunkt: BSAG-Haltestelle Universität Bremen - Zentrum

Mit freundlicher Unterstützung des Senator für Umwelt, Bau, Verkehr in enger Kooperation mit ÖkoStadt-Bremen e.V.
AAA Autonomes Architektur Atelier in Bremen
Titel: Daniel Schnier und Oliver Hasemann, Text: Oliver Hasemann, Gestaltung und Fotografien: Daniel Schnier

Mittwoch, 4. September 2013

Resümee und Dokumentation Urbaner Ökostadtspaziergang „Klinisch Grün – Steriles Wohnen im Quadrat“ am 25.08.2013 über den Stadtwerder

Ein sonniger Streifzug durch die grüne Lunge Bremens erwartete die ca. 85 TeilnehmerInnen am Sonntag, den 25.08.2013 zum ersten Ökostadtspaziergang 2013. Der Spaziergang bildete den Auftakt zu insgesamt drei Spaziergängen, die sich mit der Thematik „Wohnen im Grünen - vom Zentrum bis zur Peripherie“ auseinandersetzen. In Kooperation mit Ökostadt Bremen e.V. führte das AAA unter dem Motto „Klinisch Grün - Steriles Wohnen im Quadrat“ direkt in Bremens grünes Zentrum - über den Stadtwerder. Der Startpunkt bildete das heutige Kwadrat (das ehemalige Katasteramt) an der Wilhelm-Kaisen-Brücke. Gespannt lauschten die TeilnehmerInnen den einführenden Worten, die vor allem die Thematik nach der Rückkehr der Menschen in die Stadt aufwarfen. Wobei hier betont wurde, dass sich die Erwartung an das neue urbane Wohnen als vielfältig gestalten. So gibt es auf der einen Seite den Wunsch nach Urbanität und Zentrumsnähe, auf der anderen aber immer noch den Traum vom Wohnen im Grünen. Als ein attraktives, wenn auch sehr exklusives Beispiel für diesen Spagat wurde dazu die Neubausiedlung auf dem Stadtwerder benannt.


Und genau dorthin führte der Spaziergang. Die grüne Flussinsel zwischen Weser und Kleiner Weser liegt in Blickweite des Doms und nur Minuten vom Bremer Marktplatz entfernt. Der erste Halt auf dem Stadtwerder bildete das Denkmal für den Schriftsteller Johann Gottfried Seume. Mit dem Rücken zum Denkmal entspann sich hier eine erste Diskussion über den Baumbestand des Stadtwerders. Insbesondere die Frage nach der Erhaltung des Baumbestandes, im Zuge der Neubausiedlung wurde hier aufgeworfen und fleißig von vielen Baumbefürwortern und Befürworterinnen diskutiert.
Weiter ging es durch eine Stichstraße in Richtung Werderstraße. Auf dem Weg wurde auf einige neu gedämmte Häuser aus den 50er Jahren und eines der einzigen von insgesamt 4 erhaltenen Altbremerhäusern nach dem Krieg auf dem Stadtwerder hingewiesen. Vorbei an der Hochschule für Nautik, der Deutschen Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger und dem Olbers-Planetarium ging es dann auf das Gelände des alten Wasserwerkes, zu Füßen der umgedrehten Kommode. Diese bildet das eigentliche Zentrum der Neubausiedlung und diente mit ihren roten Ziegeln und der charakteristischen, quadratischen Form als ästhetische Orientierungsvorlage für die neue Bebauung. Neue Pläne für den Ausbau des alten Wasserwerkes als Veranstaltungs- und Gastronomiezentrum liegen aktuelle allerdings immer noch nicht vor. Dafür entstehen neben ihr aber ganz konkrete 450 neue Wohneinheiten im Neubaugebiet. Bezüglich der bereits gebauten Gebäude wurden einigen kritischen Bemerkungen zur sehr sterilen Architektur sowie der recht unbelebten öffentlichen Grünfläche geäußert. Weitere kritische Äußerungen zielten auf die nicht vorhandene Nahversorgung und die schlechte infrastrukturelle Anbindung. Außerdem wurde die Frage der Nachfrage thematisiert. Laut der Auskunftsstelle des Senators für Umwelt, Bau und Verkehr sei die Nachfrage der Neubauwohnungen sehr groß. Nach neueren Erkenntnissen einiger TeilnehmerInnen wurde verlautbart, dass die Nachfrage nach Reihenhäusern so gering sei, dass der Bebauungsplan der eigentlich noch mehr Reihenhausriegel vorsieht sich nun doch wieder zu Wohnblocks wandeln würde, da nicht genügend Abnehmer für die geplanten Reihenhaus-Wohneinheiten zu finden seien. Ein Schelm, wer Böses dabei denkt.

Um den sterilen Eindruck der Neubausiedlung auszugleichen ging es dann weiter Richtung Werdersee auf die Wiese neben dem Deichschartweg. Auf dieser letzten Station des Urbanen Spaziergangs kam die Diskussion noch einmal auf, dass öffentlich zugängliche Grün des Stadtwerders und seine Rolle als Naherholungsgebiet und grüne Lunge Bremens. Erwähnt wurde hier vor allem die Reglementierung durch die „Grillverbotszone“ sowie alternative Möglichkeiten dieses, durch die TeilnehmerInnen eher kritisierten Vorgehens. Anschließend wurden die urbanen Spaziergänger und Spaziergängerinnen dann pünktlich zum Vier-Uhr-Tee und um einige kritisch-grüne Einblicke reicher, wieder in den sonnig-heißen Sonntagnachmittag entlassen.

Bleibt noch anzumerken, dass die Urbanen Ökostadtspaziergänge durch den Senator für Umwelt, Bau und Verkehr gefördert werden.
Am Sonntag, den 22. September 2013 geht es mit unserem 2. Urbanen ÖkoStadtspaziergang um 14Uhr von der BSAG Haltestelle Universität Zentrum gen Horn. "Horner Spitzen" so der Titel. Über ein Wiedersehen freuen wir uns schon jetzt.
Professionelle Fotografien von Cathrin Eisenstein, (C) 2013

Montag, 12. August 2013

1. Urbaner ÖkoStadt_Spaziergang "Klinisch Grün – Steriles Wohnen im Quadrat" am 25.08.13 um 14h.





Zwischen Weserstrand und Werderseewald wächst ein neues Wohnquartier aus dem alten Wasserwerk. Die Aussicht vom eigenen Balkon oder der eigenen Terrasse bietet seinen BewohnerInnen viel Grün und der Blick auf den nahen Dom versichert ihnen die Nähe zum urbanen Kern der Stadt. Es ist eine exklusive Wohnlage, die hier entsteht, offenkundig nicht für jeden bezahlbar. Einsortiert zwischen alten Reihenhäusern und Kleingärten, wirft sie einen Schatten voller Begehrlichkeiten und Befürchtungen auf ihre Nachbarschaft. 

Unser 1. Urbaner ÖkoStadt_Spaziergang 2013 lädt auf den Stadtwerder ein. Der Fokus liegt dabei auf dem Thema Wohnen im Grünen. Die neue Bebauung auf dem Stadtwerder, ein Ort an dem viele BremerInnen ihre Freizeit verbringen, kontrastiert in direkter Nachbarschaft zu den alten Wohnquartieren und den Parzellengebieten, die immer wieder in die Diskussion um eine Stadterweiterung geraten.

Der Urbane Spaziergang ist kostenlos. Wir freuen uns auf ein Wiedersehen! AAA

Datum: Am Sonntag, den 25.08.2013 um 14Uhr
Start: BSAG Haltestelle "Wilhelm-Kaisen-Brücke"

Mit freundlicher Unterstützung des Senator für Umwelt, Bau, Verkehr in enger Kooperation mit ÖkoStadt-Bremen e.V.
AAA Autonomes Architektur Atelier in Bremen
Titel: Daniel Schnier und Oliver Hasemann, Text: Oliver Hasemann, Gestaltung und Fotografien: Daniel Schnier

Mittwoch, 26. Juni 2013

Resumée und Dokumentation 3/6 Urbaner Spaziergang „Grüne Hügel an der Grenze“ in der Reihe "Huckelriede abstempeln?!", Sonntag, den 23.06.2013







Zu unserem dritten Urbanen Spaziergang durch Huckelriede versammelten sich am vergangenen Sonntag knapp 50 TeilnehmerInnen, die sich mit uns die Huckelrieder Höhenzüge erklimmen wollten.
Zuerst erfolgte jedoch der Blick auf die steten Baufortschritte im Zentrum Huckelriedes. In den vergangenen vier Wochen hatte sich hier schon einiges entwickelt, nach dem Abriss der vorhandenen Anlagen sind mittlerweile die Formen des „neuen“ Huckelrieder Zentrums zu erkennen. Der neue Umsteigepunkt mit Marktplatz entsteht als zentraler Bestandteil des Sanierungsgebiets Huckelriede / Am Sielhof und stärkt das bauliche Zentrum Huckelriedes, das tatsächlich nur einen Steinwurf weit von der Grenze zu Kattenturm entfernt ist.
Der Weg, den wir aus dem Huckelrieder Park heraus wählten, führte dann auch direkt hinauf auf den Sieldeich. Dieser bildet die Grenze zwischen Huckelriede und Kattenturm, so dass unser Blick von Huckelriede aus runter nach Kattenturm fiel. Entlang des Sieldeiches entstand in den 20er Jahren des vergangenen Jahrhunderts die Siedlung entlang der Werder- und der Hubertushöhe. Auf aufgeschüttetem Grund entstanden hier Siedlungshäuser für Bremer Beamte mit großen Gartenflächen und den zu dieser Zeit noch üblichen Hühnerställen zur Eigenversorgung.
Die Gartenflächen dienen mittlerweile eher der Erholung und die Hühnerställe sind zu Wintergärten oder zu mehr Wohnraum umgestaltet worden. In verkehrsberuhigter Lage hat sich die Werderhöhe zu einem attraktiven Wohngebiet mit einer engen Nachbarschaft entwickelt, auch unser urbaner Spaziergang wurde mit viel Freundlichkeit begleitet. Wie es der Stadt gelangen könnte, noch weitere, ähnlich attraktive und bezahlbare Wohnflächen auszuweisen, bildete einen Teil der Diskussion im Wohngebiet. So werden Teile der Scharnhorst Kaserne, die das Wohngebiet nach Nord-West begrenzen, in absehbarer Zeit von der Bundesanstalt für Immobilienaufgaben (BIMA) für die Wohnbebauung geräumt, während direkt am Huckelrieder Friedhof an der Werder Höhe schon erste Doppelhaushälften errichtet worden sind.
Am Friedhof Huckelriede erreichten wir dann auch den höchsten Punkt nicht nur diesen urbanen Spaziergangs sondern auch aller urbanen Spaziergänge durch Huckelriede. Auf 15 Meter über den Meeresspiegel ist das Friedhofsgelände hier in den 1950er Jahren auf dem Areal einer ehemaligen Ziegelei aufgeschüttet worden. Im Vergleich zu den benachbarten neuen Doppelhaushälften beeindruckten die Friedhofsbauten mit Ihrer zeitlosen attraktiven Architektur. Der Spaziergang verlief um den Friedhof herum bis in Sichtweite der Grenze nach Habenhausen. Die hier noch vorhandenen landwirtschaftlichen Flächen, die als Erweiterungsfläche des Friedhofs vorgehalten werden, stehen ebenfalls als mögliche Wohnbaufläche im momentan erstellten Flächennutzungsplan.
Über den Deich entlang des Werdersees führte unser Weg schließlich in den in Teilen schon fertiggestellten Boulevard Niedersachsendamm zum Quartierszentrum, in dem die Initiative Interkulturelle Gärten Huckelriede mit Holunderwaffeln, Kaffee und Tee aufwartete.

Der 4/6 Urbane Spaziergang „Last Exit Huckelriede“ findet nach den Sommer-Schulferien am Sonntag, den 18. August 2013 wieder um 14Uhr am Spielplatz im Huckelrieder (Central) Park statt.
Unterstützt durch das Programm Soziale Stadt Bremen, dem Senator für Umwelt, Bau und Verkehr und der ZZZ-ZwischenZeitZentrale Bremen. Text: Oliver Hasemann, Fotografien: Daniel Schnier

Donnerstag, 20. Juni 2013

Weser Kurier, 20.06.2013 "Im Zickzack durch den Ortsteil Huckelriede" von Ilka Rickers

Hier verlinken wir einen Weser Kurier Artikel vom 20.06.2013, der über unseren 2. Urbanen Spaziergang im Rahmen von "Huckelriede abstempeln ?" berichtet. 
Vielen lieben Dank für die Begleitung und auf ein Wiedersehen am Sonntag, den 23. Juni 2013 um 14Uhr zu unserem 3/6 Urbanen Spaziergang "Grüne Huckel an der Grenze" am Spielplatz Huckelrieder Park.
Es wird wieder ungewöhnlich schön.

Dienstag, 18. Juni 2013

3/6 Urbaner Spaziergang "Grüne Huckel an der Grenze" am Sonntag, den 23. Juni 2013 um 14Uhr


Hiermit laden wir herzlich zum 3. Urbanen Spaziergang in der Reihe Huckelriede Abstempeln?! ein.



Nachdem wir am 26.Mai 2013 bereits entlang des Werdersees und am 09.Juni 2013 im ZickZack zwischen Kornstraße und Buntentorsteinweg spaziert sind, werden wir am kommenden Sonntag, den 23.Juni 2013 die grünen Höhen Huckelriedes erwandern.
Der Ausblick von diesen Höhen richtet sich auch in diesem Spaziergang auf die Vielfalt Huckelriedes. Diese zeigt sich insbesondere in der Wohnraumentwicklung. Junge Familien auf der Suche nach bezahlbarem Wohnraum, die Erprobung gemeinsamer Wohnformen, die Konversion alter Gewerbebauten oder die Umwidmung von Sonderflächen zu Wohngebieten, in Huckelriede liegen sie eng beieinander.
Unser Urbaner Spaziergang ist dabei wieder eine Grenzerfahrung, denn nicht alles, was wie Huckelriede aussieht, ist auch Huckelriede...
Wir würden uns sehr freuen, Euch und Sie auch am kommenden Sonntag begrüßen zu dürfen. Die Teilnahme ist wie immer kostenlos.

Treffpunkt am Sonntag, den 23. Juni 2013 um 14Uhr am Huckelrieder Centralpark.

Die Urbanen Spaziergänge finden an den Sonntagen 26. Mai 2013, 9. Juni 2013, 23. Juni 2013, 18. August 2013, 1. September 2013 und 8. September 2013 jeweils um 14Uhr statt und starten alle im Huckelrieder Zentrum am Spielplatz im Huckelrieder Park.

Die Urbanen Spaziergänge sind Bestandteil des Projekt Pfleger und Sammler, das es sich zur Aufgabe gemacht hat, 2013 Huckelriede und HuckelriederInnen besser kennenzulernen.

Dienstag, 11. Juni 2013

Resümee 2/6 Urbaner Spaziergang „ZickZack durch Huckelriede“ am Sonntag, den 09.06.2013 um 14Uhr








Im Zickzack und kreuz und quer sind wir gemeinsam mit rund 60 Bremerinnen und Bremern am vergangenen Sonntag bei schönstem Sonnenschein durch Huckelriede spaziert. Treffpunkt dieses zweiten Urbanen Spaziergangs in der Reihe „Huckelriede abstempeln?!“ war, wie auch schon bei unserem ersten Spaziergang vor zwei Wochen, der Spielplatz am Huckelrieder Park.

Im Mittelpunkt stand diesmal das Erlebnis der Räume rund um und zwischen Buntentorsteinweg und Kornstraße. Geprägt werden diese Räume vom Zusammentreffen der historisch gewachsenen Strukturen des Buntentorsteinwegs, der schon im Mittelalter als bedeutender Verkehrsweg von Bremen aus über Syke und Bassum in Richtung Minden und Osnabrück führte, und der in der Gründerzeit im 19. Jahrhundert nach einem festen Raster angelegten Erweiterung der Neustadt.

So laufen sie trichterförmig aufeinander zu und kreuzen sich unweit des alten und neuen Huckelrieder Zentrums rund um die Haltestelle Huckelriede und den Huckelrieder Park. Hier entsteht momentan im Rahmen des Sanierungsgebiets ein neuer Umsteigepunkt mit zentralem Platz für den Ortsteil.

Innerhalb dieses "Trichters", zwischen den beiden historisch wichtigsten Verkehrsachsen Huckelriedes, befinden sich Gebäude und Flächen vielfältiger Nutzungen, verbunden durch ein Geflecht von öffentlichen und privaten Wegen. So konnten wir dort Gärten und Brachflächen, Neu- und Altbauten, Ateliers und Autowerkstätten entdecken. Wir bedanken uns an dieser Stelle auch für die vielen Einwürfe alteingesessener Huckelrieder, die mit ihrem Wissen und manchen Anekdoten deutlich machten, wie stark sich Huckelriede nicht nur im 19. Jahrhundert, sondern auch in der Zeit nach dem 2. Weltkrieg vom noch ländlich geprägten Ortsteil vor den Toren der Stadt zu einem Teil der Gesamtstadt heranwuchs. Die Veränderung des Stadtteils ging dabei nicht ohne Probleme und Konflikte einher, mit der Ausweisung des Sanierungsgebiets Huckelriede / Sielhof wird vonseiten der Stadt aktiv an der baulichen Aufwertung des Stadtteils gearbeitet.

Gaben die vielen neuen Perspektiven einen räumlichen Eindruck von der Nutzungsvielfalt in Huckelriede, so konnten wir mit dem Besuch der Ateliergemeinschaft Buntentorsteinweg 323/325 einen Einblick in ungewöhnlichere Nutzungen werfen. Die Räume einer ehemaligen Druckerei werden für die ganzen eigenen Zwecke vorläufig umgenutzt. Ein anderes kreatives Nutzungsbeispiel, neben den vielen herkömmlichen Gewerbe- und Wohnnutzungen entdeckten wir in einem Innenhof in der Kornstraße. Die Co-Werkstatt Kalle stellte sich uns zum Abschluss unseres Spaziergangs vor und wir konnten hier bei Kaffee und Kuchen die Möglichkeiten dieser Werkstatt kennenlernen und den Spaziergang Revue passieren lassen.

Wir danken an dieser Stelle allen TeilnehmerInnen, der Ateliergemeinschaft Buntentorsteinweg 323/325, insbesondere Jule und Antonio, und Kalle, Saskia und Norman, und laden zum kommenden Urbanen Spaziergang "Grüne Huckel an der Grenze" am Sonntag, den 23. Juni 2013 um 14Uhr ein. 

Montag, 3. Juni 2013

2/6 Urbaner Spaziergang "ZickZack durch Huckelriede" am 09. Juni 2013 ab 14Uhr

Ankündigung Huckelriede Abstempeln?! - 2. Urbaner Spaziergang

am 09. Juni 2013 um 14Uhr am Spielplatz Huckelrieder (Central) Park

Wir laden hiermit zum 2. Urbanen Spaziergang "ZickZack durch Huckelriede" in der Reihe Huckelriede Abstempeln?! ein. Nachdem wir am 26. Mai 2013 einen ersten Einblick von Huckelriede gewonnen haben und uns dem sehr abwechslungsreichen Leben entlang des Werdersees gewidmet haben, werden wir am kommenden Sonntag, den 9. Juni 2013 um 14Uhr tiefer in das Straßenleben von Huckelriede eintauchen. Kreuz und Quer werden wir im wahrsten Sinne einen Zick-Zack-Lauf absolvieren. Wie auch auf dem ersten Spaziergang ist es dabei die Vielfältigkeit Huckelriedes, die wir hier aufzeigen möchten.
Wenn es im ersten Spaziergang eher um das räumliche Nebeneinander von Gewerbe, Wohnen und öffentlichen Einrichtungen das wir zu Gesicht bekamen ging, so werden wir auf diesem Spaziergang (2/6) das Miteinander dieser Nutzungen erleben. Die Trennung von Arbeiten und Wohnen, ein Ideal, das in den 30er Jahren des letzten Jahrhunderts entstand, wird hier aufgelöst. Die Wohnung wird zum Produktionszentrum, die Gewerbehalle zum Wohnzimmer, die Küche zum Café.
Wir freuen uns, Euch und Sie auf diesem Urbanen Spaziergang begrüßen zu dürfen, der wie immer kostenlos ist.

Treffpunkt am 9. Juni 2013 um 14Uhr am Huckelrieder Centralpark.

1/6 Urbaner Spaziergang / Resumee "Artenvielfalt am Werdersee" vom 26.05.2013

Huckelriede Abstempeln?!

Der Auftakt unserer Spaziergangsreihe „Huckelriede Abstempeln?!“ fiel auf ein sehr regenreiches Wochenende und der damit verbundenen Sorge, ob sich jemand bei diesem Wetter nach draußen locken lassen würde. Der wettergeprüfte Bremer und die wettergeprüfte Bremerin, insbesondere HuckelriederInnen, ließen sich allerdings nicht abschrecken, so dass wir mit über 40 TeilnehmerInnen eine erste Annäherung an den Ortsteil vornahmen.
Den Ausgangspunkt unseres Urbanen Spaziergangs bildete dabei der Huckelriede Park, von uns als Central Park bezeichnet. Denn dieser liegt im (gefühlten) Zentrum von Huckelriede. Die Wahrnehmung von Huckelriede auf der einen und seine administrativen Abgrenzung auf der anderen Seite spielten dabei eine wichtige Rolle während unseres Spaziergangs. Denn baulich ist das alte Bauerndorf Huckelriede längst inmitten der Stadt gelegen, dennoch spielen historische Abgrenzungen und Eigenarten in Teilen immer noch eine wichtige Rolle.
So auch entlang des Werdersees. Denn heute verwundert, dass große Teile des Stadtwerders zu Huckelriede gehören oder das auf einem Grundstück mit Blick auf den Werdersee Kasernen statt Wohnhäusern entstanden sind. Ein kleiner Blick in die Vergangenheit klärt jedoch darüber auf, dass der Werdersee erst seit 1953 entstand und erst nach der großen Flut 1981 seine jetztige Form gefunden hat. So erstreckten sich Parzellen vom Buntentorsteinweg bis auf den Stadtwerder, letzte Rudimente auf dem Neustädter Ufer wurden erst vor wenigen Jahren zugunsten der Bebauung am Dammacker aufgegeben.
Ein wesentlich düstereres Kapitel nahmen die Kasernen am Niedersachsendamm ein. Hier wurde auf aufgespülten Land für Wohnbebauung in den Jahren 1934 bis 1936 in kürzester Zeit Kasernenanlagen hochgezogen, die im wiederaufgerüsteten Nazideutschland der Unterbringung von Soldaten dienten. Während des Krieges wurden sie übergangsweise auch zu einer KZ-Außenstelle und dienten der Unterbringung von ZwangsarbeiterInnen, die in Pferdeställen unter unvorstellbaren menschenunwürdigen Bedingungen untergebracht wurden. Nach dem Krieg wurden sie zu Notunterkünften von Kriegsflüchtlingen aus Gdansk und Umfeld, auf dem Gelände der Hindenburgkaserne befinden sich mittlerweile die Rolandklinik, die Bereitschaftspolizei, der THW und die Freiwillige Feuerwehr Neustadt.
Mit Einrichtung des Sanierungsgebietes Huckelriede, das nicht mit dem Ortsteil Huckelriede identisch ist, kommt auch hier einiges in Bewegung. Teile des noch aktiven, letzten Bundeswehrstandortes in Bremen, werden in absehbarer Zeit zum Wohnquartier und auch das Cambrai-Dreieck, ein Zipfel der immer noch umzäunten Kasernenanlage, wird zum Baugebiet. Unter anderem wird dort die Wohngruppe Mosaik ein zu Hause finden, die auf dem Spaziergang auch über ihr Projekt berichteten.

Vielen lieben Dank und bis zum nächsten 2. Urbanen Spaziergang "ZickZack durch Huckelriede" am 9. Juni 2013 um 14Uhr. Treffpunkt Centralpark Huckelriede.




Unterstützt durch das Programm Soziale Stadt Bremen, dem Senator für Umwelt, Bau und Verkehr und der ZZZ-ZwischenZeitZentrale Bremen. Text: Oliver Hasemann, Fotografien: Daniel Schnier

Mittwoch, 15. Mai 2013

Huckelriede abstempeln?!


Wir denken häufig, dass wir den eigenen Stadtteil wie die eigene Hosentasche kennen. Täglich bewegen wir uns hier, spielen mit unseren Freunden auf der Straße, treffen unsere Nachbarn morgens vor der Tür und erledigen am Supermarkt an der Ecke noch unsere letzten Einkäufe. Doch manchmal gehen wir eine Straße weiter und sind verwundert, wo sind wir hier, ist dies noch mein Stadtteil? Oder wir entdecken das erste Mal den Erker am Haus schräg gegenüber und fragen uns, war der schon immer da?
Denn in jedem Stadtteil, in jeder Straße, wahrscheinlich in jedem Haus und bestimmt in jeder Hosentasche gibt es immer zu etwas neues zu entdecken.
Mit einer Reihe von sechs Urbanen Spaziergängen laden wir dieses Jahr dazu ein, Huckelriede wie unsere Hosentasche kennenzulernen. Dazu werden wir die unterschiedlichen Teile dieses aufregenden Ortsteils erkunden und viele spannende Orte entdecken. Vor allem aber wollen wir die Menschen kennenlernen, die Huckelriede selbst wie ihre Hosentasche kennen.
Wie bisher werden diese Spaziergänge in entspannter Atmosphäre stattfinden und sind für alle Interessentinnen offen und kostenlos.

Sie finden an den Sonntagen 26. Mai 2013, 9. Juni 2013, 23. Juni 2013, 18. August 2013, 1. September 2013 und 8. September 2013 jeweils um 14Uhr statt und starten alle im Huckelrieder Zentrum am Spielplatz im Huckelrieder Park.

Die Urbanen Spaziergänge sind Bestandteil des Projekt Pfleger und Sammler, das es sich zur Aufgabe gemacht hat, 2013 Huckelriede und HuckelriederInnen besser kennenzulernen.

Unterstützt durch das Programm Soziale Stadt Bremen, dem Senator für Umwelt, Bau und Verkehr und der ZZZ-ZwischenZeitZentrale Bremen.