Freitag, 15. Februar 2008

WESER KURIER, 14.02.2008

Einst eine Zweckgeburt am anderen Ufer
Urbaner Spaziergang durch die Neustadt

NEUSTADT (XCK). Jede strahlende Innenstadt hat ihre Kehrseite. In Bremen wurde diese Rolle jahrhundertelang der alten Neustadt, die sich zwischen Hohentor und Buntentor erstreckt, zugeschoben. Zu einem "Urbanen Spaziergang" unter dem Titel "Kehrseite Neustadt - Zweckgeburt am anderen Ufer" lud vor kurzem das "Autonome Architektur Atelier" ein.
Von der ehemaligen Güldenhausbrennerei aus ging es durch den Kern der Neustadt, die im 17. Jahrhundert im Zuge des Befestigungsbaus angelegt wurde. "Wirklich gewollt war die Neustadt nicht, aber die unruhigen Zeiten des 30-jährigen Krieges machten den Bau moderner Befestigungsanlagen notwendig. Sie integrierten auch das Neustadtufer, um den Beschuss der Altstadt über den Fluss zu verhindern", berichtete Oliver Hasemann vom "Autonomen Architektur-Atelier", als die Spaziergänger an den Grünanlagen am Hohentorsplatz angekommen waren.
Dass trotzdem keine große Sympathie für die Neustadt vorhanden war, lasse sich aber noch heute an der im Vergleich zur Altstadt eher schlichten Gestaltung der Neustadtswallanlagen erkennen. Insgesamt seien der Neustadt gerne Anlagen und Institutionen aufgebürdet worden, die in der Innenstadt ungern gesehen wurden. Die Verlegung des Schweinemarkts zähle ebenso dazu wie das Gaswerk oder auch die städtischen Kasernen, an deren Stelle sich heute das Südbad befindet. Welches Gewerbe für die Neustadt prägend war und ist, sollte sich später noch den rund 40 Teilnehmern zeigen.
Von der ehemaligen Güldenhausfabrik führte die Route an der Brauerei Beck & Co und der Schokoladenfabrik Hachez vorbei auf den Lucie-Flechtmann-Platz. Dass dieser Ort geradezu ein Beispiel für Plätze sei, "die die Welt nicht braucht", erklärte Daniel Schnier anhand der weiten, gepflasterten Fläche. Als Ersatz für den inzwischen bebauten Grünenkamp biete er eigentlich Platz genug für verschiedene Veranstaltungen oder auch Wochenmärkte, die aber nach Erfahrung der anwesenden Neustädter nicht sehr gut angenommen wurden.
Beispiele dafür, wie sich lebenswerte Freiräume und Wohnformen umsetzen lassen, zeigten sich hingegen in der Grünenstraße. Mit viel Eigeninitiative und genossenschaftlicher Unterstützung entstanden hier in den Häusern 17 und 18 Wohnprojekte, die hohen ökologischen Standards gerecht werden und sich "der üblichen Eigentumsakkumulation entzogen haben".
Über die Brautstraße, der ehemaligen Zufahrt zur Brautbrücke über die Kleine Weser, ging es weiter auf den Neuen Markt. Unter dem kleinen Roland fiel der Blick direkt auf die Martinikirche, die bis zum Bau der St.-Pauli-Kirche von den Neustädtern frequentiert wurde.
In der Rückertstraße verwies Alexander Kutsch auf die für das ausgehende 19. Jahrhundert in Bremen ungewöhnlich hohe Bebauung, die eher an das Ruhrgebiet oder an Berlin erinnere und wegen ihrer Besonderheit als Ensemble unter Denkmalschutz steht. "Wenn hier mal eine Wohnung frei wird, dann ist sie eigentlich sofort wieder vermietet", brachte Marika Steinke ihre eigenen Erfahrungen als Bewohnerin mit ein. Die Nähe zur Innenstadt und die ruhigen, hohen Wohnungen bieten hier eine Wohnqualität, die für viele Bremer attraktiv sei.
Diese Vorzüge treten allerdings erst seit jüngerer Vergangenheit zutage. Zur Entstehungszeit dieser Gebäude hatte sich hier damals das Gängeviertel befunden. In den Innenhöfen der Wohnblocks war jeder verfügbare Raum für Kleinstbauten genutzt worden, die sich an schmalen Gängen aufreihten. Auf wenigen Quadratmetern drängten sich die Arbeiter der Tabakfabriken mit ihren Familien, die unter schwierigsten hygienischen Bedingungen leben mussten.
Entspannung fanden die Neustädter hingegen bei Bootsfahrten auf der Piepe, dem letzten offen gelassenen Stück ihrer einstigen Befestigungsanlagen. Hier am Buntentor, dem zweiten historischen Stadttor, führte der "Urbane Spaziergang" aus der historischen alten Neustadt in den Buntentorsteinweg. An der alten Remmer -Brauerei vorbei, die mittlerweile zum Kulturzentrum mit Schwankhalle und Städtischer Galerie umgebaut wurde, fand der Spaziergang dann schließlich sein krönendes Ende.
Das "Autonome Architektur Atelier" in Bremen veranstaltet regelmäßig "Urbane Spaziergänge", bei denen versteckte Orte im Bremer Stadtgebiet erkundet werden. Ankündigungen zu diesen "Urbanen Spaziergängen" sind unserer Zeitung zu entnehmen oder im Internet abrufbar unter www.aaa-bremen.de.

© www.weser-kurier.de | WESER-KURIER Redaktion Stadtteil-Kurier, FOTO: Walter Gerbracht

Donnerstag, 31. Januar 2008

"Kehrseite Neustadt" Dokumentation und Resumeé vom 27.01.2008





Resume
é Kehrseite Neustadt

Kurzfristig hatten wir am Sonntag Mittag zu unserem Urbanen Spaziergang durch die Alte Neustadt eingeladen. Dennoch fanden sich neben uns und unserem besonderen Gast Eva, auf deren Initiative wir diesen Spaziergang organisiert hatten, über 40 Freunde, Bekannte und Interessierte ein, die mit uns die, vermeintlich, verschmähte Schwester der historischen Altstadt erkunden wollten. Zu einer Uhrzeit, zu der Zehntausende mit Bollerwagen die neue Autobahn in der Neustadt festivalisierten, betrachteten wir ihre eher ruhigen Ecken und ihre menschenleeren Plätze.

Auch wenn die Neustadt über mehrere Jahrhunderte eher als notwendiges Übel behandelt und mit auf der anderen Seite unerwünschten Institutionen und Einrichtungen überzogen worden war, hat sich hier ein lebendiges Stadtquartier etabliert und von der Altstadt emanzipiert. Am augenscheinlichsten zeigte sich dies uns an den alternativen Wohnprojekten, die hier inmitten konventioneller Wohnbauten entstanden sind und die auch in der weiteren Neustadt verbreitet sind. Abseits des zunehmend gentrifizierten Ostertorviertels siedelt sich hier zunehmend das kreative Milieu an, das neue und andere Formen des Wohnens und, an den diversen Läden zu erkennen die kurioses und nicht-alltägliches anbieten, des Wirtschaftens erproben. Gleichzeitig ist die Neustadt natürlich auch durch das traditionelle Bremer Haus geprägt und die Alte Neustadt besitzt in Form der bis zu 5stöckiger Bauten rund um die Rückertstraße dessen verdichteste Ausprägung, die eine hohe Anziehungskraft auf dem Mietermarkt besitzen.

Den Startort unseres Urbanen Spaziergangs hatten wir an das Hohentor, als eines von zwei Stadttoren der Neustadt gelegt. Hier an den ehemaligen Wallanlagen liegt die leerstehende und verfallende Güldenhaus Schnapsbrennerei. Für die Neustadt eine typische Gewerbeansiedlung, auf unserem Weg durch die Alte Neustadt zum Buntentor, als dem zweiten historischen Stadttor, begegneten uns so noch verschiedene Gewerbebetriebe der Genussmittelverarbeitung. Neben der noch bestehenden Brauerei und der Schokoladenfabrik waren es insbesondere die Tabakfabriken, die die Neustadt bis runter in den Buntentorsteinweg prägten. Von diesem Gewerbe ist heutzutage nichts mehr zu sehen, auch die ehemaligen Gängeviertel mit ihren unhygienischen Lebensbedingungen für die Tabakarbeiter sind mittlerweile verschwunden. Hingegen gibt es Planungen, die sich auf unserem weiteren Weg vom St.Pauli Deich aus gut erläutern ließen. Die Anlage von bequemen Stadtvillen auf dem Stadtwerder in fußläufiger Entfernung zur Innenstadt mitten im Erholungsgebiet rund um die Umgedrehte Kommode.

Ein weiteres Indiz für die neue Wertigkeit der Neustadt, die sich auch auf unserem Weg zu Kaffee und Kuchen im Kuss Rosa erkennen ließ. Auf dem Gelände der ehemaligen Remmer Brauerei sind mit der Städtischen Galerie im Buntentor und der Schwankhalle neue Kulturinstitutionen in einer kleinen Version der Kulturmeile entstanden. Wir danken für Eure rege Teilnahme und wünschen Eva viel Erfolg und ein schönes Leben jenseits der Bremer Neustadt in der Dresdner Neustadt.

Text: Oliver Hasemann, Fotos: Daniel Schnier

Samstag, 26. Januar 2008

"Kehrseite Neustadt" Zweckgeburt am anderen Ufer am 27.01.08 um 12.30Uhr

Kehrseite Neustadt
Zweckgeburt am anderen Ufer

In der Wahrnehmung Bremens stellt die alte Neustadt so etwas wie die kleine, hässliche Schwester der „richtigen“ Altstadt dar, die nur als Notwendigkeit des zeitgemäßen Festungsbau auf dem gegenseitigen Weserufer entstehen musste und dementsprechend behandelt wurde. Dies zeigt sich deutlich an der Qualität der Wallanlagen, setzt sich in den angesiedelten Institutionen und Industrien fort und äußert sich auch in den vorhandenen kulturellen Angeboten. Die Genußmittel verarbeitende Industrie prägt auch heute noch mit Brauereien, Schnapsbrennereien und Schokoladenfabriken nicht nur das optische Erscheinungsbild, sondern auch die olfaktorische Wahrnehmung der Neustadt.

Auch die Wohnbebauung trug als einzige in Bremen schon fast Mietskasernenzüge. Zwischen der hohen, fast fünfgeschossigen Bebauung erstreckte sich das Gängeviertel, in dem die ärmsten Bremer wohnten, die unter härtesten Bedingungen in den Tabakfabriken arbeiteten. Von diesen Wohnverhältnissen ist heute nicht viel verblieben, die im Verhältnis günstigen Mieten ziehen in immer stärkeren Maße ein junges, kreatives Milieu an. Ehemals leerstehende Wohnhäuser und Fabrikgelände sind zu Wohnprojekten umgestaltet worden, die neue Formen des gemeinsamen Wohnens und Gestaltens praktisch umsetzen.

Auf unserem Urbanen Spaziergang zwischen Hohentor und Buntentor streifen wir die historische Entstehungsgeschichte des Stadtteils ebenso wie seinen Transformationsprozess zum frischesten Bremer Stadtquartier.

Datum: Sonntag, 27. Januar 2008
Startort: Neustadtswall 61 in 28199 Bremen
Zeit: 12.30Uhr, Dauer ca. 1-2 Stunden

Titel u. Text: Oliver Hasemann, Recherche: Alexander Kutsch, Foto u. Einladung: Daniel Schnier

Montag, 17. Dezember 2007

Schöne Feiertage wünscht das AAA.

Das AAA wünscht allen Menschen, die wir in so kurzer Zeit kennengelernt haben, schöne Feiertage. Dieses Foto entstand Anfang Dezember 2007 auf dem Deck der neuen Quartiersgarage am Kopf des Europahafens und wurde von Cathrin Eisenstein erstellt.
Foto: Cathrin Eisenstein

Montag, 10. Dezember 2007

WESER KURIER, 06.12.2007

Spaziergang trotz strömenden Regens

WOLTMERSHAUSEN (BKR). Viel Durchhaltevermögen bewiesen die Teilnehmer des urbanen Spaziergangs, zu dem kürzlich das Autonome Architektur Atelier (AAA) eingeladen hatte. Trotz strömenden Regens wanderten rund 30 Leute knapp zwei Stunden lang tapfer durch Woltmershausen, um das Quartier gemeinsam zu erforschen.

Schon mehrmals hatte das AAA zu einem urbanen Spaziergang durch verschiedene Stadtteile aufgerufen. Dabei geht es den Veranstaltern weniger darum, eine Gruppe zu führen und sie zu belehren. Viel eher wollen die Architekten und Raumplaner mit den Menschen vor Ort in Kontakt kommen und die Geschichten erfahren, die das Quartier bewegen.

Der Rundgang durch Woltmershausen stand unter dem Motto: "Eingekreist und vom Winde verweht" und führte die Gruppe vom Neustadtsbahnhof durch den Tunnel, am ehemaligen Gaswerk vorbei entlang der neuen Autobahn bis zum Brinkmann-Speicher, dann durch das Wohngebiet "Auf dem Bohnenkamp", über den Marktplatz zum Weseruferpark. Im Internet gibt es unter www.aaa-bremen.de mehr Informationen.

© www.weser-kurier.de | von der WESER-KURIER Mitarbeiterin Birgit Krieger, FOTO: Walter Gerbracht

Donnerstag, 6. Dezember 2007

"Eingekreist und vom Winde verweht" Dokumentation und Resumeé vom 02.12.2007



Stürmischer Empfang in Pusdorf

Pünktlich zu unserem Urbanen Spaziergang durch Woltmershausen setzte am Sonntag um 14 Uhr Regen ein und der beständig pustende Wind verdeutlichte noch dazu, dass wir heute durch Pusdorf spazieren würden, wie Woltmershausen umgangssprachlich genannt wird. Trotz der etwas widrigen Wetterumstände haben sich über 30 Interessierte am Neustädter Bahnhof eingefunden, um mit uns den Spaziergang rein nach Woltmershausen zu wagen. Die Entscheidung, in der Neustadt zu starten, war bewusst gewählt worden, um zu verdeutlichen, wie stark Woltmershausen von der restlichen Stadt abgetrennt ist. Erst nach dem wir unter den Bahnstrecke nach Oldenburg durchgegangen waren, begann somit der Spaziergang durch Pusdorf.

Mit einem Merkmal Pusdorfs wurden wir gleich am Ortseingang konfrontiert, in diesem Fall in der Gestalt von Morsezeichen, mit der Anwesenheit von Reminiszenzen an vergangenes maritimes Leben im Stadtbild. Die Verbindung zur Seefahrt, zum Schiffbau und vor allem zur Hafenwirtschaft haben die Geschichte Woltmershausens ebenso geprägt wie das ehemalige Gaswerk, das bis zum Abriss der Gasometer das Ortsbild und auch die Wahrnehmung des Stadtteils über seine Grenzen hinaus prägte. Geblieben ist ein riesiges Areal, das mitten im Stadtteil immer noch weitgehend unzugänglich ist. Ebenso unzugänglich und barrierebildend ist die neue Autobahn A281, die Woltmershausen im Westen eingrenzt. Hier fließen die Lkw-Ströme zwischen der A1 und dem Güterverkehrszentrum und dem Neustädter Hafen in Niedervieland.

Das Woltmershausen nicht nur von Verkehrswegen umschlossen und von Gewerbegebieten durchsetzt ist, erfuhren wir auf unserem Weg in den Kern des Stadtteils. Hier passierten wir grüne Kleingartenanlagen und kleinteilige Wohnbebauung. Teilweise scheint hier die Zeit still zu stehen, viele der Angebote und Bauten erinnern noch an die 60er oder 70er Jahre. Die Frage, die wir uns hier stellten, ist, ob Woltmershausen eine ruhige, angenehme Oase oder doch eher eine abgeschnittene Insel ist und ob die Qualitäten des Stadtteils auch außerhalb bekannt werden. Denn tatsächlich war und ist der Stadtteil auch ein Strandbad, früher gab es hier richtige Sandstrände und mittlerweile ist auch wieder eine Badestelle an der Weser eröffnet worden.

Wir haben, auch dank der vielen PusdorferInnen, während des Spaziergangs viel über Woltmershausen erfahren. Regen und Wind machten aber auch Laune den Stadtteil im Sommer zu erleben und zu sehen, ob hier im Sommer wieder ein richtiges Badevergnügen entstehen kann. Wir bedanken uns bei allen TeilnehmernInnen unseres urbanen Spaziergangs und freuen uns auf ein Wiedersehen im Neuen Jahr.

Text: Oliver Hasemann, Fotos: Daniel Schnier

Samstag, 24. November 2007

"Eingekreist und vom Winde verweht" Grüner Kern hinter rauher Schale am 02.12.07 um 14.00Uhr

Eingekreist und vom Winde verweht
Grüner Kern hinter rauher Schale

Die Stadtteile außerhalb der Innenstadt sind für viele Bremer eine Terra Incognita, weitgehend unerforschte und nur vom hörensagen bekannte Orte. Im Fall von Woltmershausen fängt diese Unkenntnis allerdings schon in Sichtweite des Doms an. Hinter Bahnstrecke und Hochstraße eingemauert ist der Stadtteil aus dem Gesichtsfeld verbannt und verfügt nach dem Abriss des Gasometers auch nicht mehr über eine aufragende Landmarke. Noch weiter verstärkt wird die Isolation des Stadtteils durch den Ausbau des Neustädter Hafens und des Güterverkehrszentrums sowie dem Neubau der Autobahn A281.

Eingeschlossen von dieser Schale aus Verkehrswegen, Gewerbegebieten und Weser hat sich Woltmershausen den Kern seiner dörflichen Vergangenheit bewahrt. Es geht ruhig zu, es gibt Gärten und Deiche, die inmitten des Stadtteils liegen und es gibt das Weserufer, das hier noch nicht vollständig verbaut ist. Die Ruhe, die der Stadtteil ausstrahlt, korrespondiert allerdings bei jedem Schritt auch mit einem Gefühl der Abgelegenheit. Große städtebauliche Veränderungen finden auf der anderen Weserseite statt, für Woltmershausen bleibt der Logenplatz mit der besten Sicht.

Das AAA durchbricht mit seinem Urbanen Spaziergang die Isolation des Stadtteils und durchstreift einen Stadtteil zwischen Industrie, Gewerbe und Verkehrswegen.

Datum: Sonntag, 02. Dezember 2007
Startort: Neustädter Bahnhof (Eingangsbereich) in 28199 Bremen
Zeit: 14.00Uhr, Dauer ca. 1-2 Stunden

Titel u. Text: Oliver Hasemann, Foto u. Einladung: Daniel Schnier

Mittwoch, 21. November 2007

Dokumentation "move.it!!" | Oktober 2007

Am 20.Oktober 2007 veranstalteten wir mit BNC, verschiedenen Einzelpersonen und guten Freunden/innen und Kollegen/innen das Projekt move.it!!. Über 2 Stunden zogen wir zu verschiedenen Orten in der Bremer Innenstadt und hinterfragten ihre Bedeutung und ihre Nutzung im städtischen Kontext durch den künstlerischen Einsatz verschiedener Medien. Immer in Bewegung, denn move.it!! ist bewegliche Kunst im öffentlichen Raum.

Für die vielen TeilnehmerInnen an der Aktion und für alle, die nicht Zeit hatten uns zu begleiten, besteht jetzt die Möglichkeit den ganzen Abend auf http://move-it-bremen.blogspot.com/ nachzuerleben.

move.it!! wird weiterlaufen, neue Termine und Orte sind schon in Planung.

Sonntag, 4. November 2007

parCITYpate Künstlerische Interventionen und urbaner Raum

parCITYpate: Ein Symposium zu künstlerischen Interventionen im urbanen Raum. Am 02.|03. November 2007 in Hamburg. Veranstaltet von der Kampnagel Kulturfabrik und der Universität St.Gallen Künstler, Architekten, Theatermacher und Kuratoren diskutieren künstlerische Aneignungen städtischer Räume und daraus resultierende Formen der Partizipation mit Wissenschaftlern soziologischer, philosophischer, kunsttheoretischer und wirtschaftswissenschaftlicher Disziplinen sowie Studierenden und Stadtpolitikern.

AAA in Hamburg! Zu sehen HIER und im Off zu hören Oberbaudirektor von Hamburg Jörn Walter am 02.11.07 um 15:21Uhr.
Aufgezeichnet von rebell.tv

Dienstag, 23. Oktober 2007

Das AAA zu Gast in der Live-Sendung Schwankungen.de | TAGWERK 23.10.2007

Das AAA (Autonomes Architektur Atelier) LIVE am Morgen des 23.10.2007 um 7.23Uhr im Bürgerrundfunk Bremen im Rahmen der Schwankungen.de.
kulturg.u.t. e.V. und das Junge Theater Bremen produzieren in Kooperation mit der Schwankhalle und dem OK Bremen regelmäßig “Schwankungen”.

Mitwirkende
Moderation: Tim Schomacker, Christoph Backes
Gaste: Mika Schell, Thomas Pauls, Autonomes Architektur Atelier


Auf dem Weg zur Idee...

Der Tag beginnt damit, dass man ohne Licht oben auf dem Deich herumfährt. Während man noch darüber nachsinnt, dass man auch hätte herunterfallen können, mischt sich die Stimme im Kopf ein: Hey, Du könntest ganz groß rauskommen, Showtreppe, Vorhang, paillettenbesetzter Smoking... Wer spricht?

Nach einem Dialog mit der Flause, die einem plötzlich erscheint (und die man sich in der Kindheit stets aus dem Kopf hatte schlagen sollen), sprechen andere über ihre Flausen. Thomas Pauls hat sich eine Kennenlern-Wippe ausgedacht. Das Autonome Architektur Atelier Spaziergänge an Orte, um die sonst jede Stadtrundfahrt einen großen Bogen macht. Und die Flause von Mika Schell und einigen seiner Mitstreiterinnen in Zürich ist es – die Flausen selbst auf die Bühne zu lassen.

Kopfstimmenimitator und Ko-Moderator Christoph Backes lotst Flausen durch die unsicheren Gewässer des – nicht immer nur kreativen – Arbeitsalltags. Wie und warum, das erzählt er bei der Auftaktsendung der FLAUSEN-Reihe – von nun an immer am 3. Dienstag im Monat bei den Schwankungen.

Musik:
They Might Be Giants: Fingertips
Fred Frith / Iva Bittova: Morning Song
Serge Gainsbourg: Bonnie & Clyde
Skeleton Crew : Sparrow Song


Zirka 7 Minuten AAA


Einfach reinhören, wir haben es für Euch aufgenommen:
>>>>>>HIER UNSER 7-MINUTEN-GESPRÄCH<<<<<<

Und das ganze Flausen

taz, 22.10.2007

Mit Rammstein gegen das Vergessen
Ein mobiles Kunstprojekt rückt Bremens Touristen-Magneten wie Roselius Böttcherstraße in ein neues Licht

Eine seltsame Prozession war am Samstagabend in der Böttcherstraße zu beobachten: 90 Menschen, die umnebelt von Räucherstäbchen einem Lastenrad folgen, von dessen Ladefläche die aggressive Musik der Deutschrock-Band Rammstein dröhnt. Einige Passanten, die durch die Touristen-Gasse schlenderten, ergriffen sofort die Flucht, andere fragten, ob es sich um eine Fanclub-Aktion handele. Die Auflösung: Die Performance gehörte zu einem Kunst-Projekt und sollte auf den kruden Entstehungskontext der Touristenattraktion aufmerksam machen: "Roselius, der Stifter der Böttcherstraße, war nicht nur kunstbesessen, sondern auch besessen vom völkischen Weltbild, aber das wird bei ihrer Vermarktung gerne unterschlagen," hieß es zuvor in einem Vortrag.

An insgesamt acht Stationen rückten das "Autonome Architektur Atelier" zusammen mit der Medienkunstgruppe "share.bremen" zentrale Bremer Orte in eine Perspektive, die in Reiseführern meist ausgeblendet und in der Regel nur bei alternativen Stadtrundgängen sichtbar wird. Unter dem Titel "move.it!!" startete die vom Kultursenator unterstützte Tour am Wagenfeld Haus - heute bekannt als modernes Designzentrum, ursprünglich ein Gefängnis, bekannt als "Ostertorwache". Der Medienkünstler BNC, Initiator des Projekts, warf Innenansichten aus der Zeit, als hier Gestapo- und später Abschiebehäftlinge weggesperrt wurden, per Diaprojektor an die weiße Außenwand. Das öffentliche Denkmal, das auf die Vergangenheit des Gebäudes hinweist, ist vor einigen Jahren aus dem Blickfeld der Kulturmeilengänger entfernt worden und steht jetzt im vergitterten Nebenhof.

Beim Gerichtsgebäude am Domshof las Sönke Busch die "Kurze Geschichte meiner Mutter". Darin geht es um Zwangssterilisationen im NS-Regime, sowie um die Konsequenzen von Präzedenzfällen, die während dieser Zeit hier verhandelt wurden. Durch Installationen und Vorträge im Martinitunnel und an der Schlachte, wo die Touristen-Web-Cam zeitweilig umgenutzt wurde, beleuchteten danach verschiedene Künstler, wie und von wem die Stadt in Besitz genommen wird. Begleitet von Elektroklängen hallte diese Frage nach, als die dreistündige Tour gegenüber der Weserburg am Sol LeWitt-Kunstwerk endete, das demnächst dem Bauvorhaben eines Bremer Investors weichen soll. D. Ahlemeyer

22.10.2007 taz Nord Bremen Aktuell 79 Zeilen, D. Ahlemeyer S. 24
nur in taz-Teilauflage FOTO: DPA

Montag, 15. Oktober 2007

Nachbetrachtung am Freitag 19.10.2007 im Kurzschluss ab 20.00Uhr

SPROUTBAU - Ein Monat im Beton
Eine Nachbetrachtung in Wort, Bild und Musik

Am Freitag, den 19.Oktober gibt es eine Nachbereitung des SPROUTBAU im Café Kurzschluss in der Lahnstraße 16 | Ecke Langemarckstraße. Hier werden wir nicht nur viele Eindrücke aus der Zeit während des SPROUTBAUS zeigen, sondern auch auf den Vorlauf und die Idee hinter dem Projekt eingehen, als auch ein Resumée ziehen.

Die Veranstaltung wird ab ca. 20.00Uhr beginnen, im Anschluss werden dann ab ca. 23.00Uhr StraightAssBroken auflegen, d.h. nach dem Vortrag gibt es die Möglichkeit die müden Glieder gleich in Bewegung zu bringen.

Bis zum Samstagabend solltet Ihr Euch allerdings wieder erholt haben, denn um 19.00Uhr steigt move.it!!



AAA
StraightAssBroken
Kurzschluss Bremen
Gestaltung des Flyers: Michael Ziehl

Mittwoch, 26. September 2007

move.it!!


move.it!! steht für bewegliche Kunst im öffentlichen Raum. An einem Abend im Oktober zieht move.it!! nach Anbruch der Dunkelheit an verschiedene Plätze der Stadt. Alle diese Orte prägen das Leben in der Stadt. Mit Projektionen, Geschichten, Licht- oder Toninstallationen etc. interpretiert und verändert move.it!! die ursprünglichen Funktionen und Bedeutungen dieser Koordinaten städtischen Lebens temporär.

move.it!! macht deutlich, dass die Stadtgestalt immer ein Produkt gesellschaftlicher Verfasstheit ist. Die Stadtentwicklung unterliegt den Präferenzen einflussreicher Gruppen und manifestiert sich in Form gesellschaftlicher Ein- und Ausschlussverfahren im Raum.
Die Stadtplanung orientiert sich als Erfüllungsgehilfe immer mehr an den Bedürfnissen der Wirtschaft, die den Raum über seine Wertschöpfungspotentiale definiert und gestaltet.

move.it!! hinterfragt die Rolle der Architektur beim Social Engineering, der gezielten Produktion von Lebensstilen und Identitäten.
move.it!! thematisiert Imagekampagnen und Inszenierungen öffentlicher Räume, durch die der Stadtraum zwecks Generierung weicher Standortfaktoren zu einem monofunktionalen Postkartenpanorama für potente Konsumenten verkommt.

move.it!! will nicht nur Aufklärung, Belehrung oder ein leicht genießbares buntes Event sein. move.it!! lebt auch von den Beiträgen seiner TeilnehmerInnen, indem es Informationen in Aktionen übersetzt und Vorschläge macht, wie die Stadt auch aussehen könnte: Beispiele für von uns kritisierte Stadtarchitektur werden mittels verschiedener Medien inszeniert. Diese Inszenierungen greifen den jeweiligen (Zu-)Stand öffentlicher oder öffentlich zugänglicher Orte auf, verändern, verschönern oder persiflieren ihn auf Zeit. Die Bandbreite der eingesetzten Medien erstreckt sich von visuellen Effekten, der Ausnutzung vorhandener Lichtinstallationen und dem Einsatz neuerer Telekommunikationsmittel über Musik und Hörspiele bis hin zu den „natürlichen“ Klängen des Raums.

Dieses Projekt wird unterstützt durch den Bremer Senator für Kultur.

Ein Projekt von BNC in Zusammenarbeit mit dem AAA - Autonomes Architektur Atelier in Bremen und verschiedenen Einzelpersonen
Flyer: Daniel Schnier und BNC

Dienstag, 28. August 2007

BETONALE im SPROUTBAU 31. August bis 02. September 2007

Sproutbau - Das Wohnexperiment in Bremen.

Für einen Monat lang haben 79 internationale KünstlerInnen in einem der Abrisshäuser Tenevers gelebt und an der Gestaltung individueller Wohn- und Lebensutopien gearbeitet. Auf der abschließenden Betonale präsentieren sie ihre Ergebnisse des Sommers im Beton in einem dreitägigen Festival.

Kunst, Konzepte, Kommunity.

31. August bis 02. September 2007

Don`t you want to sprout?

Mehr Infos zum Projekt und zum Shuttlebus 25E, der Dich direkt zur BETONALE bringt, findest Du unter www.betonale.de

info@sproutbau.de

Come as you are,
pay what you like.

Eine Team N. Produktion 2007

Mehr Infos zum Programm in Kürze.
Flyer: Katrin Murbach und Yannick Radeke

Montag, 20. August 2007

AAA wie Arbeiten und Wohnen in Tenever

Das AAA arbeitet und wohnt seit dem 20. Juli 2007 in der Neuwieder Straße 46-52, 28325 Bremen, als Teil des Organisations-TEAM N. im SPROUTBAU. Unser neues Zuhause und erstes temporär gemeinsam genutztes Atelier bleibt bis zum 03.09.2007 bestehen, dann wird es in naher Zukunft abgerissen. Wir fühlen uns hier sehr wohl!
Foto: Daniel Schnier