Freitag, 19. Januar 2007

"In Walle komm Se alle" am Sonntag , den 11. Februar 2007 um 14.00Uhr


In Walle komm Se alle

Am Weserufer erhebt sich aus den alten Hafenrevieren die neue Überseestadt. Wo ehedem harte körperliche Arbeit gefragt war, arbeitet man nun mit spitzem Bleistift. Hinter dem Deich an der "Waller Küste" warten die (nicht mehr ganz so) leichten Mädchen mittlerweile vergeblich auf ihre Kundschaft. Die alten Seebären sitzen derweil auf dem Trockenen und nach und nach kapern junge Studenten und Studentinnen und KünstlerInnen den Arbeiterstadtteil.

Beschleunigt wird der Wandel durch städtische und private Investitionen in die Sanierung des Stadtteils. Die Waller Heerstraße ist als Sanierungsgebiet ausgeschrieben worden und die Vegesacker Straße wird zum quirligen Stadtteilzentrum mit Kneipen und Restaurants gestaltet und möbliert. Trotzdem ist der Geist aus der Hochzeit des Hafens an vielen Stellen erhalten geblieben. Neben den verschiedenen Reminiszenzen an die Seefahrt und Hafenwirtschaft, die an Wänden und in Vorgärten immer noch allgegenwärtig sind, ist es auch das Image Walles als verruchtes Hafenviertel, dass sich im restlichen Bremen beharrlich hält.

Der Urbane Spaziergang lädt dazu ein, den sich wandelnden Stadtteil Walle entlang eines Rotlichtfadens zu erkunden und bietet Raum für die Geschichten am Wegesrand. Auf verschlungenen Wegen halten wir Ausschau nach verbliebenen Seezeichen und den neuen Orientierungspunkten im Stadtbild.

Datum: Sonntag, 11. Februar 2007
Startort: ehemalige Feuerwache, Waller Stieg 1, 28217 Bremen
Zeit: um 14.00Uhr, Dauer ca. 1-2 Stunden

Die Einladung als PDF-Dokument: HIER KLICKEN!

Text: Oliver Hasemann u. Alexander Kutsch, Titel: Daniel Schnier, Foto und Einladung: Daniel Schnier

Donnerstag, 18. Januar 2007

WESER KURIER, 18.01.2007

Querfeldein zum Hafenbecken
Führung fand große Resonanz / 150 Teilnehmer erfuhren Wissenswertes

WALLE. Auf dem Stadtplan ist die Eduard-Schopf-Allee im Hafengebiet noch gar nicht verzeichnet. Der Wandel in der Überseestadt vollzieht sich rasant. Das Autonome Architektur Atelier (AAA) veranstaltete am Sonntag einen kostenlosen Stadtspaziergang durch einen Stadtteil voller Geschichte, der sich im Umbruch befindet. Rund 150 Teilnehmer, von jungen Leuten bis Senioren, spazierten mit.

Die Veranstalter der AAA-Stadtspaziergänge wollen sich von Führungen absetzen, bei denen manchmal recht lieblos die vermeintlich wichtigsten Sehenswürdigkeiten abgeklappert werden. Vielmehr sollen spannende Entwicklungen im städtischen Raum im Mittelpunkt stehen, und die Dynamik der Stadtplanung soll verdeutlicht werden. So kann es durchaus geschehen, dass die Gruppe mitten auf einer freien Fläche im öffenlichen Raum stehenbleibt und die Teilnehmer rätseln, was denn das Besondere an gerade dieser matschigen Baustelle sein soll. "Hier soll einmal ein Park entstehen, den die Angestellten aus den umliegenden Büros nutzen können", erläuterte Oliver Hasemann, Diplomingenieur für Raumplanung, auf einem Steinhaufen stehend. Gemeinsam mit Daniel Schnier und Alexander Kutsch will er regelmäßig solche Spaziergänge anbieten. Zunächst war das Quartier entlang der Hochstraßen in der Hansestadt dran, und in Gröpelingen wurde dann der Frage nachgegangen, welche Interaktionen zwischen Migration und Architektur bestehen. Am Sonntag nun machten sich die rund 150 Teilnehmer auf die Suche, was im ehemaligen Hafengebiet vom Hafen noch übrig ist und wieviel neue städtische Elemente es bis jetzt in der Überseestadt schon gibt.

Einige der Teilnehmer hatten früher selbst im Hafen gearbeitet und kehrten nun an den Ort ihrer früheren Tätigkeit zurück, um einen Stadtteil im Wandel zu erleben. "Dass heute so viele Leute gekommen sind, überrascht uns", sagte Daniel Schnier, Diplomingenieur der Architektur. "Das zeigt, dass sich die Bremer sehr dafür interessieren, was mit dem Hafen passiert."

Von der neuen Straßenbahn-Haltestelle der Linie 3, Eduard-Schopf-Allee, ging es in Richtung Hafenbecken. "Reaktivierung und Revitalisierung" des alten Hafenquartiers waren die Schlagwörter des Rundgangs. Gleich zu Beginn wurde geklärt, was denn eigentlich ein "Loft" ist, das auf so vielen Plakaten beworben wird. Gemeint sind damit früher gewerblich genutzte, großzügig geschnittene Räume, die zu Büros oder Wohnungen umgebaut werden.

"Der Name Überseestadt greift unserer Meinung nach zu weit", kritisierte Alexander Kutsch, studierter Raumplaner. "Von einer Stadt nach den gängigen Definitionen kann hier noch keine Rede sein, da es nur wenige Verbindungen von Arbeiten und Wohnen gibt. Für eine Nutzung als Wohngebiet ist zum jetzigen Zeitpunkt noch keine ausreichende urbane Infrastruktur vorhanden."

Über Stock und Stein ging es am ehemaligen Europahafen vorbei zum ehemaligen Überseehafen, auf dem sich nach der Zuschüttung heute der Großmarkt befindet. Allerlei Wissenswertes gab es im Vorübergehen - so etwa einen kurzen Abriss über die dramatischen Auswirkungen, die die Erfindung des Containers in den 60er Jahren auf den globalen Warenfluss hatte, oder Geschichten aus den Blütezeiten des Hafens, als freie Arbeitsplätze noch im Radio bekannt gegeben wurden. "Früher war die Arbeit hier im Hafenquartier geprägt durch harte körperliche Arbeit. Jetzt ist das Quartier dabei, sich in ein hochpreisiges Gebiet zu entwickeln, in dem vor allem Informationen und Dienstleistungen gehandelt werden", umriss Oliver Hasemann den Wandel.

Der nächste urbane Spaziergang findet am Sonntag, 11. Februar 2007, um 14 Uhr unter dem Motto "In Walle komm Se alle" statt. Treffpunkt ist die ehemalige Feuerwache, Waller Stieg.

© www.weser-kurier.de | von der WESER-KURIER Mitarbeiterin Catharina Oppitz, FOTO: Walter Gerbracht

Mittwoch, 17. Januar 2007

Nur für kurze Zeit: so gesehen an der Nordstraße!

















Foto: Daniel Schnier


Montag, 15. Januar 2007

"Volle Becken - Leere Speicher" Dokumentation und Resumeé vom 14.01.07







Sonntags an der Eduard-Schopf-Allee....

Wo denn die Eduard-Schopf-Allee wohl ist, war im Vorfeld unseres Urbanen Spaziergangs am Sonntag die häufigste Frage. Auf den meisten Stadtplänen ist sie noch nicht eingezeichnet und auch der Navi kennt sie noch nicht. Am Ende haben sie allerdings alle gefunden. Alle sind in diesem Fall die überwältigende Menge von über 150 Menschen jeden Alters. Dieses große Interesse lag zum einen sicherlich auch an der Bekanntmachung im Weser Kurier und aber vor allem an den interessanten Orten, die es in der Überseestadt zu entdecken galt. Die Umgestaltung der alten Hafenreviere ist ein Thema, an dem viele Bremer und Bremerinnen interessiert sind und das für viele auch mit starken Erinnerungen und Emotionen verbunden ist. Sich jetzt im Rahmen eines Spaziergangs einen eigenen Eindruck von dieser Umgestaltung zu verschaffen war daher für viele unserer MitspaziergängerInnen eine starke Motivation.

Obwohl wir uns auf Grund der großen Anzahl nicht so persönlich und intensiv wie üblich um jeden unserer Gäste kümmern konnten, waren der Zuspruch und die Reaktion fast aller Besucher durchweg positiv. Das wieder den ganzen Spaziergang über die Sonne schien, machte den gesamten Nachmittag zu einem noch gelungeneren Ausflug. Mit Freunden und Gästen kehrten wir noch in das Hafen-Casino ein, um bei bestem Bremer Grünkohl den Spaziergang ausklingen zu lassen, während andere die Gelegenheit nutzten und noch das Hafenmuseum oder das Restaurant im Speicher XI besuchten.

Wir sind überglücklich, dass wir so viele Besucher und Besucherinnen mit unserem Urbanen Spaziergang erreicht und unterhalten haben und freuen uns, Euch am Sonntag, den 11. Februar 2007 an der alten Feuerwache (Waller Stieg) zur Fortsetzung des Urbanen Spaziergangs in Bremen-Walle mit dem Titel „In Walle komm Se alle!“ zu begrüßen.

Vielen lieben Dank an alle, die mit uns spaziert sind!

Das AAA in Bremen.

Text: Oliver Hasemann, Fotos: Meike Schlingmann

Sonntag, 31. Dezember 2006

Erneutes unterwandern zwischen den Feiertagen am Samstag, den 30.12.2006












Unterwandern zwischen den Jahren

Aufgrund des großen Andrangs während des Unterwanderns während des Untertage-Festival fanden wir uns am gestrigen Samstag erneut am Findorfftunnel ein. Bei angenehmen Wintertemperaturen und noch ohne angekündigten Sturm waren wir in lockerer Atmosphäre mit zirka 20 Personen unterwegs. Es war spannend zu sehen, dass sich einige Orte unseres Spaziergangs mittlerweile stark verändert haben, die Anbindung der Überseestadt ist seit Anfang Dezember eröffnet, während andere Orte auch weiterhin vor sich hindämmern. An dieser Stelle vielen Dank an alle Unterwanderer und Unterwanderinnen, wir werden auch im Neuen Jahr weiter unterwandern! Dann an anderer Stelle, aber mit der gleichen Intention.

Wir freuen uns schon jetzt auf den Hafentörn am Sonntag, den 14. Januar um 14.00Uh "Volle Becken - Leere Speicher" an der neuen Strassenbahnhaltestelle "Eduard-Schopf-Allee" der Linie 3. Liebe Grüsse, bis demnächst an der Waterkant, das AAA!

Oliver Hasemann, Daniel Schnier und Alexander Kutsch

Fotos: Daniel Schnier

Donnerstag, 28. Dezember 2006

http://www.aaa-bremen.de/

Das AAA - Autonomes Architektur Atelier in Bremen hat ein Geschenk bekommen. Eine neue Domäne: http://www.aaa-bremen.de/. Ab sofort sind wir unter den Emailadressen alexander.kutsch@aaa-bremen.de, daniel.schnier@aaa-bremen.de und oliver.hasemann@aaa-bremen.de zu erreichen.

Die alte Domäne bleibt natürlich in Zukunft bestehen. Wir freuen uns mit Euch, einen letzten "urbanen Spaziergang" des Jahres 2006 am Samstag, den 30.12. um 18.00Uhr zu unterwandern, und wünschen allen ein schönes neues Jahr 2007!

14. Januar 2007 um 14.00Uhr an der neuen Strassenbahnhaltestelle "Eduard-Schopf-Allee" der Linie 3 "Volle Becken - Leere Speicher".


Mittwoch, 20. Dezember 2006

kurzfristiges, erneutes unterwandern zwischen den Feiertagen am 30.12.2006 in Bremen um 18.00Uhr


Unterwandern – Zwischen Stelzenwald und Kantsteinstrand

Das historische Ensemble der Bremer Innenstadt und die spektakulär inszenierte Neubauten an der Peripherie bilden die Motive auf den Ansichtskarten von Bremen. Unsere Stadtplaner und Politiker sprechen gerne von ihnen als Leuchttürmen, die sich aus der Stadt erheben, die Fortschritt und Tatkraft symbolisieren und die positiv auf ihre Umgebung und die Bürger Bremens ausstrahlen. Im Schein dieser Leuchttürme fließen Aufmerksamkeit und Investitionen, im Schutz ihres Lichts fühlen sich die Bewohner und Besucher der Stadt sicher.
Dieser Stadtspaziergang lädt dazu ein, einen Blick in die dunklen Ecken Bremens zu werfen und sich in die Schatten der Stadt zu begeben. Abseits der Lichter und insbesondere abseits der Wahrnehmung führt er uns hinter die erleuchteten Fassaden und unter die ausgetretenen Wege. Aus der Perspektive des Spaziergängers werfen wir den Blick auf vernachlässigte und vergessene Orte, im Tempo des Fußgängers wird Weg inmitten der wuchernden Verkehrsinfrastruktur zurückgelegt.

Wir laden Euch herzlichst zu einer erneuten Unterwanderung, zwischen dem Fest der Liebe und dem Rutsch ins neue Jahr, ein!

Am 30.12.2006
Um 18.00Uhr, Dauer ca. 1-2 Stunden
Am Findorfftunnel (Findorffstrasse Ecke Friedrich-Rauers-Strasse)

"Volle Becken - Leere Speicher" am 14. Januar 2007 um 14.00Uhr an der neuen Strassenbahnhaltestelle der Linie 3 "Eduard-Schopf-Allee"!

Text: Oliver Hasemann, Fotos und Einladung: Daniel Schnier

Sonntag, 17. Dezember 2006

schöne Feiertage wünscht das AAA.

Die Feiertagkarte als PDF-Dokument ->HIER!

Die Fotos wurden am Abend des 15. Dezember 2006, nach dem offiziellen "Stapellauf" des Leuchttisches AG Weser, im Hafenmuseum SPEICHER XI gemacht. Im Hintergrund erkennt man die Sonderausstellung "1952: Bremisch und doch modern - Sieben Momentaufnahmen vom Aufbau einer Stadt", die noch bis zum 07. Januar 2007 dort zu sehen ist.
Eine Ausstellung des Bremer Zentrums für Baukultur in Kooperation mit dem Fachbereich Architektur der Hochschule Bremen und der Hochschule für Künste in Bremen.

Fotos und Flyer: Daniel Schnier

Donnerstag, 14. Dezember 2006

"Volle Becken - Leere Speicher" am 14. Januar 2007 um 14.00Uhr

Volle Becken – Leere Speicher

Das AAA-Bremen lädt zu einem Törn vom Kaffeequartier zum Holz- und Fabrikenhafen quer durch die Überseestadt ein, „La Paloma ohé“ und Seemannsgarn inklusive.

Mit der Öffnung der Verkehrsanbindung für die Überseestadt wendet sich Bremen einem Gebiet zu, das bis vor wenigen Jahren mit Zäunen und Schranken von der Stadt abgeriegelt wurde. Die Hafenanlagen sind nicht mehr nur den Beschäftigten vorbehalten, sondern öffnen sich jetzt Besuchern und neuen Nutzungen. Über den Umgang mit den alten Speichern und den historischen Hafenstrukturen hat sich dabei eine lebendige Diskussion entsponnen. Wurde der namensgebende Überseehafen noch quasi über Nacht zugeschüttet und mit dem Großmarkt bepflanzt, ist seit der Sanierung des Speicher XI geradezu ein Run der Investoren auf die übrigen Flächen ausgebrochen.

Die Grundlage für die Restrukturierung bildet der sogenannte „Masterplan Überseestadt“. Mit diesem überdimensionalen Baukasten für Projektentwickler wurde die gesamte Fläche der alten Hafenreviere in kleine Häppchen aufgeteilt. Sie reichen vom Kaffeequartier über das Überseetor bis hin zum „Sahnestück“ Weserkante und sind mit schmackhaften Yachtanlegeplätzen und Freitreppen dekoriert. Mit dem ursprünglichen Hafencharakter haben die künftigen gläsernen Leuchttürme nur wenig gemein und noch weniger im Sinn.

Im Rahmen dieses Spaziergangs werden wir den Wandel im Hafen erleben und auf dem Weg zwischen Kaffeequartier und Speicher XI den Blick über die maritime Szenerie schweifen lassen.

Datum: 14. Januar 2007
Startort: an der neuen Strassenbahnhaltestelle "Eduard-Schopf-Allee" der Linie 3
Zeit: um 14.00Uhr, Dauer ca. 1-2 Stunden

Die Einladung als PDF-Dokument ->HIER!

Text: Oliver Hasemann u. Alexander Kutsch, Titel: Alexander Kutsch, Foto und Einladung: Daniel Schnier

Montag, 11. Dezember 2006

"Beam me up to Anatolia " am Sonntag, den 10.12.2006











Treffpunkt Pier2 – Urbaner Spaziergang am Sonntag in Gröpelingen

An unserem Treffpunkt am Anleger des geplanten Wassertaxis aus der Innenstadt zum Spacepark vor dem Pier2 haben sich knapp 40 Besucher versammelt, die mit uns den Kontrastraum Gröpelingen erleben wollen. Der Spacepark erhebt sich direkt vor uns und strahlt im hellen Licht des klaren Sonnentages, die monumentale Anlage wirkt auch drei Jahre nach ihrer Eröffnung noch wie eine perfekt inszenierte Erlebniswelt. Nur wenige Meter entlang des Boulevards an der Weser zeigen allerdings, dass der Spacepark seit über zwei Jahren im Dornröschenschlaf liegt und auf einen mutigen Investor wartet, der ihn aus diesem Schlaf wachküsst. Statt der geplanten 1,5 Millionen Besucher verlieren sich trotz des idealen Wetters nur vereinzelte weitere Spaziergänger auf dem riesigen Gelände.
Erst mit Sprung über die Hafenrandstraße und dem Passieren der beiden Torhäuser in der Liegnitzstraße tauchen wir wieder in belebtes Territorium ein. Die kleinteilige Bebauung des Lindenhofquartiers vermittelt auch wieder den Eindruck sich in Bremen zu befinden und nicht an einem abstrakten Ort in einem fernen oder auch nahen Land. Das Gröpelingen auch als "Klein-Istanbul" bezeichnet wird, zeigt sich im bunten Gemisch aus Läden und Gaststätten entlang der Lindenhofstraße. An der Skulptur „Zur Schicht“ lässt sich dann auch die größte Sorge des Stadtteils ablesen, mit dem Verlust der AG Weser fehlt der größte Arbeitgeber und das Herz des Stadtteils. Der Abschluss des Spaziergangs auf dem Dach der alten Feuerwache gibt uns dann noch den Eindruck eines gelungenen Wohnprojekts mit auf den Nachhauseweg.

Ein großes Dankeschön geht an alle, die mit uns unterwegs waren und den schönen Sonnentag auch trotz frierender Füße genossen haben. Ein baldiges Wiedersehen gibt es am 14. Januar 2007.

Text: Oliver Hasemann, Fotos: Meike Schlingmann

Samstag, 9. Dezember 2006

taz, 09.12.2006

heute in bremen

Stadtplanung mit der Keule

Auf einem "urbanen Spaziergang" erzählen junge Architekten von Gröpelingen

Was passiert auf Ihren "urbanen Spaziergängen", Herr Schnier?

Daniel Schnier, Autonomes Architektur Atelier: Es geht darum, sich während des Rundgangs kritisch mit der Stadt auseinanderzusetzen - mit den positiven und negativen Entwicklungen der räumlichen Architektur. Wir wollen aber nicht vortragen, sondern diskutieren.

Was haben die Besucher dann von der Führung?

Wir hoffen vor allem, das wir Sensibilisierung wecken können für den Raum, in dem man lebt. Meist hat man kein tieferes Bewusstsein für seine Stadt, weiß wenig von ihrer Geschichte und den Entwicklungen. Das möchten wir ändern.

Sie sprechen von "technokratischer Stadtplanung mit der Keule" - wo sehen Sie diese?

In Gröpelingen ist da vor allem der Space Park zu nennen. Ein Riesenprojekt, das völlig ohne Beteiligung der Bewohner dorthin gesetzt wurde - und grandios gescheitert ist.

"Grandios gescheitert" - wegen des kommerziellen Misserfolgs oder stadtplanerischer Fragwürdigkeit?

Sicher ist: Das Lindenhofquartier wurde durch den Space Park nicht aufgewertet. Die Arbeitslosigkeit ist dort sehr hoch. Es stellt sich jedoch die Frage, ob Probleme wie die mangelnde Integration von Migranten im Falle eines kommerziellen Erfolgs gelöst worden wären.

Wie kann positive Stadtentwicklung aussehen?

Zum Beispiel wie das Projekt "Teneverparadies". Tenever war immer ein sehr anonymer Stadtteil. "Teneverparadies" versucht, mit den Menschen, die dort wohnen, Stadtteilkultur zu betreiben. Das ist sehr schön.

Interview: Christian Jakob

"Beam me up to Anatolia", Urbaner Spaziergang, Sonntag, 14 Uhr, Pier 2

9.12.2006 taz Nord Bremen Aktuell 66 Zeilen, Christian Jakob S. 32
nur in taz-Teilauflage FOTO: Joanna Kosowska

Freitag, 8. Dezember 2006

Das AAA zu Gast in der Live-Sendung Schwankungen.de | TAGWERK 08.12.2006

Das AAA (Autonomes Architektur Atelier) LIVE in einem Radiointerview mit Moderator Reiner Schümers vom Kulturforum Speicher XI im Bürgerrundfunk Bremen im Rahmen der Schwankungen.de.
„kulturg.u.t. e.V.“ und das „Junge Theater Bremen“ produzieren in Kooperation mit der Schwankhalle und dem OK Bremen regelmäßig “Schwankungen”.
Exakt 23 Minuten AAA in nicht bester, aber mittelprächtiger Qualität (56kps) unterlegt mit unserer Musik.


Einfach reinhören, wir haben es für Euch aufgenommen:

Hier das Radiointerview ->

Einfach anklicken. Der Flyer als PDF-Dokument:
"Beam me up to Anatolia" am 10.12.2006 um 14°° vor dem Pier2. Dauer 1-2 Stunden.

Donnerstag, 30. November 2006

WESER KURIER, 30.11.2006

Im Gänsemarsch zur Hochstraße
BAHNHOFSVORSTADT·ALTSTADT.
Der Feierabendverkehr donnert mit ohrenbetäubender Lautstärke vorbei, die Straßenbeleuchtung taucht den kleinen Platz unter der Hochstraße in ein unwirkliches Orange. Ein verlorener Ort mitten in der Innenstadt, an dem die kleine Gruppe Architekturinteressierter am Freitag Zwischenstop machte, um sich Wissenswertes über bremische Stadtplanung anzuhören. Das Atelier Autonomer Architekten (AAA) lud während des Untertage-Festivals zweimal dazu ein, ungewohnte Orte zu "unterwandern". Etwa 100 Leute machten mit. Am Findorfftunnel ging’s los, entlang der Hochstraße in Richtung Bundeswehrhochhaus. Von "gebauter Gewalt" ist in den Ausführungen über das Treppenhaus hoch zur Hochstraße die Rede und davon, dass, vorsichtig gesagt, diese Unorte im Stadtdschungel zu neuen sinnlichen Erfahrungen einladen. Sinnliches? Sehr laut ist es während des Rundgangs, der Straßenverkehr übertönt viele der Ausführungen und wirkt leicht bedrohlich. Massen von in Beton gegossenen rechten Winkeln und vor allem wenig Raum für Verkehrsteilnehmer, die nicht im Auto sitzen. Über den Geruch an den öden Orte in der Stadt, die Unorte jenseits der Wohngebiete, soll hier der Mantel des Schweigens gebreitet werden.Die Diplomingenieure Oliver Hasemann, Daniel Schnier und Alexander Kutsch, Diplomingenieur für Architektur, haben den Stadtrundgang erarbeitet. "Uns interessieren verlorene Orte in der Stadt. Es gibt so viele unbekannte Ecken in der Stadt, die aus architektonischer oder städtepolitischer Hinsicht sehr spannend sind", sagt Kutsch. Der schmale Fußweg entlang der Hochstraße verdeutlicht Fußgängern, dass sie es selbst sind, die in diesem städteplanerischen Großkonzept fehlen. Bremen sollte eine Stadt der Autos werden, Leben und Arbeiten räumlich voneinander getrennt werden und nur durch die Verkehrsadern des Flyovers verbunden werden. "Der Straßenbrückenstrang, wie der Flyover eigentlich richtiger zu bezeichnen wäre, stellt die Stadtmauer des 20. Jahrhunderts dar, hierdurch sollten das alte Hafenquartier von der Innenstadt getrennt werden", sagt Oliver Hasemann. Wie eng Architektur und Politik miteinander verbunden werden, zeigt Alexander Kutsch vor dem Jacobushaus auf. In diesem Wohnblock ist ein Obdachlosenwohnheim der Inneren Mission untergebracht. "Menschen, die in der Gesellschaft an den Rand gedrängt werden, haben auch nur Zugang zu Wohnraum am Rande der Gesellschaft. Wem würde man es sonst zumuten, mit Blick auf die Hochstraße zu wohnen?" Die verwaiste Betonfläche hinter dem Gebäude war als Parkdeck geplant. "Große Teile der Flächen in der Stadt sind immer noch versiegelt, obwohl sie nicht mehr genutzt werden", sagt Alexander Kutsch. Im Gänsemarsch geht es schließlich unter die Hochstraße. "Eigentlich ist hier ja schon ziemlich viel Natur mitten im Nichts, auch wenn man die überhaupt nicht nutzen möchte", staunt eine Frau über das Birkenwäldchen. "Aber im Grunde ist dieser Bereich hier doch Nutzung total! Verkehr auf drei Ebenen und in alle Richtungen", beschreibt ein anderer seine Eindrücke.

Sonntag, 10. Dezember: Gröpelingen, "Beam me up to Anatolia" - Architektur und Migration. www.aaa-bremen.blogspot.com.

© www.weser-kurier.de | von der WESER-KURIER Mitarbeiterin Catharina Oppitz, Fotos: Roland Scheitz

Montag, 27. November 2006

unterwandert am 24.11.2006 und 26.11.2006.


Vielen lieben Dank an alle!

Zirka 100 interessierte Menschen unterwanderten mit uns an zwei Tagen einen kleinen Bereich von Bremen. Wir waren von dieser grossen Resonanz vollkommen überrascht und werden mit unseren urbanen Spaziergängen weitermachen. Fotos: Meike Schlingmann
Am Sonntag, den 10.12.2006 um 14.00Uhr treffen wir uns am Pier2. --> Beam me up to Anatolia


Treffpunkt Findorfftunnel

17:45Uhr an einem Freitagabend, der Wind weht frisch um die kahlen Betonbauten und wirbelt einige alte Prospekte auf. Es scheint gleich auch noch der obligatorische Nieselregen einsetzen zu wollen. Wir stehen am Treffpunkt unseres Stadtspaziergangs und warten nervös, ob jemand kommen wird, um mit uns die Stadt ein wenig zu unterwandern. Vorsichtshalber haben wir Freunde, Verwandte und Nachbarn eingeladen, um zumindest nicht alleine durch die Stadt streichen zu müssen. Von den Verwandten ist auch noch nichts zu sehen, als auf einmal ein sportlich mit Wollmütze gekleideter Radfahrer neben uns stoppt und fragt, ob dies der Treffpunkt für den Stadtspaziergang sei und ob er sein Fahrrad mitnehmen könnte. Wir hatten also einen Teilnehmer, einen Gast, einen Besucher, der sich von uns die Welt erklären lassen wollte, oder zumindest warum die Hochstraße da steht, wo sie heute steht. Tatsächlich bleibt uns aber kaum Zeit um uns ausreichend mit diesem Besucher zu beschäftigen, denn es kommen schon zwei weitere Besucherinnen und noch ein oder zwei Fahrradfahrer, langsam bildet sich an der Kreuzung ein richtiger Menschenauflauf, Autofahrer blicken schon irritiert um sich. Unsere Sorgen, dass keiner kommen könnte, flauen ab, dafür steigt jetzt die Nervosität dieser großen Menschengruppe einen interessanten Abend zu gestalten. Mit einer Gruppe von über 30 Personen gehen wir schließlich auf unsere Route, ohne die Viertelstunde abzuwarten, die wir eingeplant hatten, um ja niemanden zu verpassen.

Etwas nervös sind wir natürlich schon als wir jetzt unseren Spaziergang präsentieren, Erläuterungen zu den verschiedenen Orten geben oder auch an ein, zwei kniffeligen Verkehrspunkten vorbeikommen. Die Neugier und die Aufgeschlossenheit unserer Gäste trägt uns allerdings über die gesamte Zeit, es kommt die gemütliche und entspannte Atmosphäre eines richtigen Spaziergangs auf, so wie wir dies auch geplant haben. Angeregt diskutieren wir mit den Teilnehmern, es bilden sich kleine Gruppe, Kontakte werden geknüpft oder auch einfach nur das ungewohnte Ambiente genossen. Der Stadtspaziergang ist dank unserer tollen Gäste genau so geworden wie wir uns das vorgestellt haben.

Nachdem wir mit dem Freitag schon für unsere Mühen, die nicht gering waren, und den Verschleiß von reichlich Nervenkostüm belohnt wurden sind, sprengt der Sonntag unser Vorstellungsvermögen. Deutlich über 70 Besucher gehen mit uns unter die Straße und hinter die Kulissen. Teilweise wird es sehr schwierig für uns, uns auch deutlich genug zu artikulieren oder auf jede Nachfrage zu reagieren. Um so glücklicher und erfreuter sind wir über das positive Feedback, dass wir von Euch bekommen haben.

Habt alle vielen Dank, dass Ihr diese Stadtspaziergänge zu einem so inspirierenden Erlebnis gemacht habt.


Am Sonntag, den 10.12.2006 um 14.00Uhr gehen wir [Pier2] weiter. Dann heisst es:
--> Beam me up to Anatolia


Fotos: Meike Schlingmann, Text: Oliver Hasemann, Film: Daniel Schnier

Freitag, 24. November 2006

WESER KURIER, 23.11.2006

Das gute Leben untertage

OSTERTOR·STEINTOR. Unter dem Pflaster ist der Strand und unter Tage, im Verborgenen, findet von heute bis Sonntag das Kulturfestival "Untertage" statt. Ein Spektakel fernab kapitalträchiger Prestigeobjekte im Kulturbetrieb, sondern in Kneipen und Cafés. Spielorte sind Römer, Paradox, Litfass oder Lift Internet-Café. Wie die Kulturpolitik in Bremen derzeit läuft, missfällt den Machern des Festivals. "Die Stadt nimmt ihren kulturellen Auftrag nicht wahr. Wir wollen zeigen, wie lebenswert und kreativ Bremen sein kann", sagt Robert Best. "Wir wollen das gute Leben selbst auf die Bühne heben." Morgen beginnt um 18 Uhr ein Stadtspaziergang mit dem Autonomen Architektur Atelier. Treffpunkt ist der Findorfftunnel. Neue Perspektiven, auch unter der Erde, werden versprochen. Über der Sielwallkreuzung, im "Lonely Planet Boy", macht Stefan Röll während des Festivals live-painting. Solange, bis die Farbe alle ist. Dass neue Medien nicht grundsätzlich schlecht sind, wenn man damit umzugehen weiß, soll am Sonnabend ab 14 Uhr ebenfalls dort gezeigt werden. Drei Stunden haben die Teilnehmer Zeit, mit ihrer Handykamera einen einminütigen Film zu drehen. Um 19 Uhr hält der SZ- und konkret-Autor Martin Büsser im Paradox einen Vortrag über "Die Zukunft der Popmusik. Kommerzialisierung und Gleichschaltung der Musikmedien und deren Alternativen". Das ausführliche Programm des Festivals gibt es unter www.untertage-festival.de.

© www.weser-kurier.de | von der WESER-KURIER Mitarbeiterin Catharina Oppitz