Dienstag, 4. November 2008

"Reihenweise - Wohnzimmer im Grünen" Dokumentation und Resumée vom 26.10.2008

Urbaner Spaziergang „Reihenweise“


Sonntagnachmittag, ein Wetter, das eher dazu einlädt, es sich in den eigenen vier Wänden gemütlich zu machen als auf einen ausgedehnten Spaziergang zu gehen. Dennoch oder trotzdem, denn die BremerIn ist ja weniger gutes Wetter gewöhnt und entsprechend ausgerüstet, fanden sich um 14Uhr Normalzeit zirka 50 Menschen am ehemaligen Katasteramt auf dem Stadtwerder ein, um mit uns einen Einblick auf Wohnmodelle in der Neustadt zu werfen.

Interessante Blicke auf eines dieses Wohnmodelle gab es dann auch gleich in unmittelbarer Nähe zu bewundern, die Bebauung auf dem Teerhof. An exponierter Stelle im Innenstadtbereich gelegen, vermittelt sie nicht unbedingt ein Gefühl von lebendiger Urbanität, sondern eher ein von einer zurückgezogenen, ruhigen Wohnwelt, die sich nur ungern von BesucherInnen oder den Vergnügungssüchtigen an der Schlachte stören lässt. Das dieses Modell, wenn auch mit zeitgemäßen Energieeffizienzstandards, Beispiel für die Bebauung des Stadtwerders rund um die Umgedrehte Kommode steht, warf von daher Fragen unter den TeilnehmerInnen auf.

Das es auch anders geht, das auch schon vor den steigenden Energiepreisen umweltfreundliches Baustandards mit starken persönlichen Willen und Engagement in einem Wohnprojekt erreicht wurden, bekamen wir bei unserer ausführlichen Führung durch die Räume des Projekts anders wohnen e.G. in der Grünenstraße 17 vorgeführt. Nach langen Vorbereitungen und vielen, vielen Gesprächen konnte das Projekt autofrei realisiert werden und steht für weitere Projekte ebenso Pate wie auch die Grünenstraße 18, die nach Besetzung eines Leerstandes mittlerweile über das Miethäusersyndikat freigekauft werden konnte.

Auf unserem weiteren Weg durch das Buntentor stellte sich uns ganz konkret die Frage nach der effizienten Wärmedämmung von Altbauten und gerade den klassischen Bremer Häusern mit ihrer aufwendigen Stuckfassade. Einige Antworten hierzu konnten wir in der Meyerstraße gewinnen, in einem auf Passivhausstandard sanierten Haus ließen sich einige Schritte aufzeigen, wie dies möglich ist. Durch Dämmung der Wände und entsprechende Fenster und Türen konnte der Energieverlust um 90 Prozent reduziert werden, Solarenergie auf dem Dach und Pelettheizung im Souterrain sorgen für eine nachhaltige Energiezufuhr.

In der Meyerstraße beendeten wir dann auch, aufgrund der schon fortgeschrittenen Zeit und des schlechten Wetters unseren Spaziergang und bedanken uns an dieser Stelle für Eure rege Teilnahme nicht nur an diesem Urbanen Spaziergang sondern auch an den zwei vorhergegangenen, die wir gemeinsam mit Ökostadt Bremen e.V., denen hier auch herzlichst gedankt sei, durchgeführt haben, teilgenommen haben. Bald wird es an dieser Stelle wieder Informationen über kommende Urbane Spaziergänge geben.

Text: Oliver Hasemann, Fotos: Daniel Schnier

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