Montag, 24. Oktober 2011

Dokumentation und Resumée "Grünschattenwirtschaft - Entdeckungsreise durch die civita ingocnita" vom 16.10.2011






Unser Ausflug in die Grünschattenwirtschaft beschloss am vergangenen Sonntag unsere diesjährige Reihe Urbaner Ökostadtspaziergänge. Bei optimalem Wetter für einen Sonntagsspaziergang konnten wir über 50 BesucherInnen begrüßen, die mit uns eine Expedition in unbekannte Gebiete unternehmen wollten.
Von unserem Treffpunkt an der Duckwitzstraße begaben wir uns entlang der neu gebauten Autobahn und vergessener Eisenbahngleise unter der Bundestraße 6 in Richtung Eisenbahnstrecke Bremen – Oldenburg. Einem Areal also, das von Verkehrssträngen und -strömen geprägt ist. Hier in der Richard-Dunkel Straße befand sich im Krieg eine Munitionsfabrik, deren Gebäude auch heute weiter genutzt werden. Oder zumindest wurden, denn die Firma Mdexx, die hier produziert, will die Arbeitsplätze auslagern an andere Standorte.
Ausgelagert wirkten auch die diversen Autohändler, die sich im Umfeld der Eisenbahntrasse niedergelassen haben. Im Rücken des Einkaufszentrums an der Ochtum haben sie sich auf den Handel mit Fahrzeugen spezialisiert, die aufgrund ihres Alters oder ihres Zustandes ihre Zukunft in eher fernen Ländern haben. Gefühlt befanden wir uns hier in einem unkontrollierten Raum, mit Nutzungen, die an anderer Stelle ungern gesehen sind. Praktisch bedeutet diese mangelnde Kontrolle, die auch Ausdruck einer extensiven Nutzung ist, eine Ausbreitung von Grünflächen.
Über kurze Wege bewegten wir uns an die Vorderseite des Einkaufszentrums. Auf seinem Parkplatz wurde gerade noch ein Flohmarkt abgebaut und die einseitig autolastige Erschließung dieses Areals deutlich. Hier entspann sich überraschend eine Diskussion über die Schaffung von neuen Einkaufsflächen. Zumal von solchen, die nur mit dem Auto erreichbar sind und damit den Möglichkeiten in Stuhr oder Posthausen gleichen. Die Argumente, dass in der Innenstadt neue Angebote notwendig sind, um Kunden zu halten, und gleichzeitig auch an der Peripherie Angebote auf der Grünen Wiese entstehen, überzeugte dabei nicht vollständig.
Diese Diskussion ließ sich auch nicht zu Ende führen, allerdings konnten wir sie schnell hinter uns lassen, denn direkt hinter dem Einkaufsareal standen wir schon im Grünen. Über Brücken und Tunnel ging es in die Kleingärten zwischen Flughafen und Ochtum. Hinter den Obstbäumen waren erste Bürogebäude der Airport Stadt zu erkennen und startende Flugzeuge kreuzten unseren Weg, der schlussendlich in den Park Links der Weser führte. Sehr offenkundig wurde hier, wie schon zuvor an der Ochtum, dass unser subjektiver Begriff von Natur wenig mit der „wirklichen“ Natur zu tun hat. Denn gerade die Kulturlandschaft, also die vom Menschen geschaffene und gestaltete Landschaft erwies sich vor unseren Augen als akzeptierteste Grünlandschaft.
Auf unserem Suche nach Natur und Re(naturierter) Natur, auf unseren Wegen zwischen geplantem und ungeplantem, zwischen gepflegtem und ungepflegtem, zeigte sich insgesamt auf, dass wir unseren subjektiven Eindruck von Natur nicht ablegen können. Wir bedanken uns dafür, dass Ihr uns auf diesen Erkundungen so zahlreich begleitet habt und freuen uns auf kommende Spaziergänge.

gps-log zum downloaden fuer google earth:
oder online in google maps:
oder mit openstreetmap-karte:
MultiMediAAA-Daten (gps): Thorben Thürmer Bilder: Daniel Schnier Text: Oliver Hasemann

1 Kommentar:

Michael hat gesagt…

Das sieht nach einem schönen Spaziergang aus. Ich denke ich bin das nächste Mal dabei. Bis dahin viele Grüße Michael